Medtronic

Medtronic

Branchenpionier & Dividendenaristokrat

In Finanzzeitschriften, Blogs und auf YouTube-Kanälen werden oft Hypeaktien präsentiert. Mal ist es Cannabis, mal Lithium und dann wieder Wasserstoff – so schnell wie viele dieser Aktien in die Höhe schießen, so schnell geht es meist auch zu Ende. Bevor ich mein Geld in solche Hypeaktien stecke, suche ich mir lieber langfristige Megatrends und erfolgreiche Unternehmen, die von diesen Trends profitieren. Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und E-Mobilität werden in Zukunft zunehmend wichtiger. Die Mutter aller Megatrends ist aber wohl die sich verändernde Demografie. Die Bevölkerungszahlen steigen kräftig an, vor allem in Schwellenländern. Zudem werden die Menschen immer älter.

Eines der Unternehmen, das massiv vom Trend der immer älter werdenden Bevölkerung profitiert, ist Medtronic. Der amerikanische Medizintechniker mit Sitz in Irland zählt zu den größten und führenden Konzernen seiner Branche. Außerdem wird seit 1977 eine steigende Dividende gezahlt – Grund genug, uns das Unternehmen heute mal genauer anzuschauen.

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Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Medtronic PLC:

Die Entstehungsgeschichte von Medtronic findet ihren Ursprung am 10. Januar 1924 als Earl Elmer Bakken in Minneapolis geboren wurde. Bereits als kleiner Junge war Earl von Elektrizität fasziniert und spielte mit Drähten, Steckern und Verbindungselementen. Sein Onkel, der selbst als Elektriker arbeitete, warnte einst seine Mutter: “Du musst den Jungen davon abhalten mit Strom zu spielen. Er bringt sich sonst noch um.” Allerdings ignorierte sie diesen Rat und kaufte ihrem Sohn alle Teile, die er für seine Tüftelprojekte benötigte. Im Alter von 8 Jahren sah Earl den Film Frankenstein im Kino und beobachtete, wie ein Wissenschaftler durch starke Energieströme ewiges Leben erschaffte – von da an wusste er genau, was er in seinem Leben tun möchte. In den folgenden Jahren baute er nicht nur einfache Elektroschocker, um sich vor stärkeren Jungs in seiner Schule zu schützen, sondern auch eine Telefonverbindung zum befreundeten Nachbarsjungen und sogar ein Kiss-O-Meter. Seine berufliche Karriere begann er als Radarspezialist bei der Air Force mitten im Zweiten Weltkrieg. Nach nur 3 Jahren entschied er sich für eine Weiterbildung und absolvierte sein Elektrotechnik-Studium an der University of Minnesota. Um nebenbei etwas Geld zu verdienen, begann Earl in seiner Garage mit der Reparatur von empfindlichen Laborgeräten des Northwestern Hospitals in Minneapolis. Da die Nachfrage stetig anstieg, entschied er sich gemeinsam mit seinem Schwager Palmer Hermundslie am 29. April 1949 Medtronic zu gründen. Der Name setzt sich aus den Worten “medical electronic” zusammen.

Obwohl sie im ersten Monat nur magere 8 Dollar verdienten, blieben die beiden Gründer am Ball und knüpften enge Kontakte mit Ärzten und Chirurgen der Universitätsklinik. Einer dieser Ärzte war Dr. C. Walton Lillehei, ein Spezialist für Herzoperationen, der zu dieser Zeit lebensnotwendige Operationen an Kindern mit dem Blue-Baby-Syndrom durchführte. Während der Operation mussten die Kinder temporär an einen Herzschrittmacher angeschlossen werden. Diese waren damals noch große Geräte, die mit dem Stromnetz verbunden wurden. Als es am 31. Oktober 1957 zu einem mehrstündigen Stromausfall kam, fielen diese Herzschrittmacher aus und eines der Kinder verstarb. Direkt am nächsten Morgen fragte Dr. Lillehei bei Medtronic an, ob sie dieses Problem lösen könnten. Earl erinnerte sich an einen innovativen Schaltkreis für Metronome, den er erst kürzlich in einem Elektronik-Magazin entdeckte und entwickelte innerhalb von vier Wochen den ersten Prototypen eines batteriebetriebenen Herzschrittmachers. Unermüdlich entwickelte Earl den Prototypen weiter und bereits im Jahr 1960 wurde der erste vollständig implantierbare Herzschrittmacher bei einem Menschen eingesetzt.

In den folgenden Jahren wuchs Medtronic sehr stark und man konnte fortlaufend das eigene Produktportfolio ausbauen. Im Jahr 1977 brachte man nicht nur seine ersten künstlichen Herzklappenprothesen auf den Markt, sondern listete Medtronic auch an der New Yorker Börse. Das zusätzliche Kapital nutzte man auch für Geschäftsakquisen – so kaufte man etwa einen niederländischen Herzschrittmacher-Hersteller und auch die Herz-Kreislauf-Sparte von Johnson & Johnson auf. 2015 erfolgte mit Covidien die bisher größte Geschäftsübernahme und damit verbundene Hauptsitzverlagerung nach Irland. Heute ist Medtronic in über 150 Ländern tätig, zählt zu den führenden Medizintechnikunternehmen und ist mit seiner Produktpalette gut gewappnet für die Zukunft.

Der Medtronic Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 29. November 2022
Symbol:
MDT
WKN:
A14M2J
ISIN:
IE00BTN1Y115
Land:
Irland
Marktkapitalisierung:
97.7 Mrd. €
Dividendenrendite:
3.4%
Zahlungsintervall:
quartalsweise
Erste Dividende:
1977

Aussichten

Wie steht es um die Zukunft von Medtronic?
Bevor ich zu den Zukunftsaussichten des Medizintechnikers komme, möchte noch mal kurz das Geschäftsmodell zusammenfassen. Mit über 90.000 Mitarbeitern (davon 10.000+ Ingenieure & Wissenschaftler) und mehr als 47.000 Patenten gehört Medtronic zu den Marktführern seiner Industrie. Etwa jeder zweite Herzschrittmacher auf der Welt ist aus dem Hause Medtronic – außerdem ist man Marktführer für Insulinpumpen, bei der Wirbelsäulenchirurgie und für Neurostimulations-Systeme. Gerade zu Beginn der Covid-19-Pandemie erlebten die Beatmungsgeräte des Medizintechnikers einen regelrechten Nachfrageansturm. Generell unterteilt man sein Geschäft in vier Segmente: Herz-Kreislauf-Therapien (~37,5 Prozent), minimal invasive Therapien (~27,7 Prozent), Wiederherstellungstherapien (~26,7 Prozent) und Diabetes (~7,8 Prozent).

Da zu Beginn der Pandemie sehr viele Behandlungen, Operationen und Therapien verschoben werden mussten, kam es auch zu Umsatzeinbußen bei Medtronic. Allerdings muss man ganz klar betonen, wer eine gesundheitliche Behandlung benötigt, wird auf diese nicht verzichten können – auch wenn viele Behandlungen also erst mal verschoben wurden, gestrichen wurden diese nicht. Und genau das spiegelt sich nun auch in den Zahlen des zuletzt veröffentlichten Quartals (Q3 2021 – endete am 29.01.2021). Der Umsatz in diesem Quartal konnte zwar gegenüber dem Vorjahresquartal leicht zulegen von 7,71 Mrd. US-Dollar auf 7,77 Mrd. USD (Steigerung von 0,8 Prozent), der Nettogewinn sank allerdings von 1,91 Mrd. USD auf heute 1,27 Mrd. USD. Je Aktie bedeutet dies ein Gewinn von 0,94 USD verglichen mit 1,42 USD im Q3 2020 – selbst der bereinigte Gewinn je Aktie liegt mit 1,29 USD noch unter dem Ergebnis aus dem Vorjahr. Dennoch gibt sich Geoffrey Martha (CEO von Medtronic) sehr zuversichtlich über die Zukunft des Unternehmens, da man mit vielen seiner neuen Innovationen wichtige Marktanteile gewinnen konnte.

Apropos Innovationen: Hier hat Medtronic einiges in der Pipeline. Künstliche Intelligenzen können Daten besser auslesen und so frühzeitig aufkommende Krankheiten erkennen. Ein Roboter wird in Zukunft deutlich präziser operieren können, als ein Mensch. Im 3D-Drucker entstehen neue Gelenkteile – ohne Zweifel kann man also behaupten, dass uns in den nächsten Jahren so einige spannende Innovationen aus dem Bereich der Medizintechnik bevorstehen und Medtronic wird einen entscheidenden Beitrag dazu abliefern.

Wie sieht es mit der Dividende aus?
Seit ihrem Börsengang im Jahr 1977 beteiligt Medtronic seine Aktionäre am Unternehmensgewinn in Form von Dividenden. Vorbildlicher weise ist es dem Medizintechniker seitdem auch immer gelungen, seine Dividende in jedem Quartal zu zahlen und auch jährlich anzuheben – somit zählt man seit einigen Jahren zu den begehrten Dividendenaristokraten. Die Dividendensteigerungsrate betrachtet auf den letzten 10 Jahren liegt bei soliden 10,2 Prozent. Auch die momentane Dividendenrendite in Höhe von 1,9 Prozent kann sich sehen lassen. Aufgrund des Gewinneinbruchs im vergangenen Geschäftsjahr liegt die Ausschüttungsquote aktuell bei 108,4 Prozent – in den letzten Jahren lag diese meist zwischen 50 – 60 Prozent. Dieses Niveau sollte 2021 auch wieder erreicht werden.

Fazit:
Der Medizintechnikkonzern Medtronic entwickelte sich von einer kleinen Werkstattgarage zu einem der führenden Unternehmen seiner Branche. Aufgrund der immer älter werdenden Gesellschaft und der damit verbundenen Nachfragesteigerung von Medizintechnik bin ich langfristig sehr optimistisch, was die Zukunft von Medtronic angeht.

Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
3.4 %
6 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
8.2 %
3 von 6
Ausschüttungsquote
81.4 %
2 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
45 Jahre
5 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
80.2 %
2 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
2 %
0 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
0.7 %
0 von 3
Verschuldungsgrad
28.6 %
1 von 3
Gesamtpunktzahl
=
19 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

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Benedikt Stafflinger

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Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
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Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

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