Lowe’s Companies

Lowe’s Companies

Das Geschäft für Selbstanpacker

Man man man, was war das denn für eine verrückte Woche? Der Coronavirus hat für die vollkommene Panik an den Märkten gesorgt. Der Leitindex Dow Jones verlor in der vergangenen Woche mehr als 3.500 Punkte – der größte Kursverlust seit der Finanzkrise 2008. Lediglich die US-Notenbank konnte die Panik am Freitagnachmittag etwas eindämmen: Man würde entsprechend eingreifen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie abzufedern. Beruhigt sich jetzt die Lage oder sacken unsere Aktien noch weiter ab? Das ist wohl die Frage aller Fragen. Und leider habe ich auch keine Glaskugel – ABER: Ich sehe mein Konto, und ich sehe meine Dividendeneingänge. Wenn ich dann Aktien mit Sonderrabatt kaufen kann, ist das doch eine tolle Gelegenheit, oder?

Schauen wir uns heute aus dem Grund mal ein sehr solides, relativ unspektakuläres, aber dennoch wachstumsstarkes Unternehmen an, das selbst auch regelmäßig mit Sonderrabatten wirbt – allerdings nicht für Aktionäre, sondern für Kunden. Und die kaufen gerne in der zweitgrößten Baumarktkette der Welt ein (Platz 1 geht hier an Home Depot).

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Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Lowe’s Companies Inc.:

Im Folgenden möchte ich auf die Erfolgsgeschichte der Lowe’s Companies Inc. eingehen. Über die Jahre hinweg entwickelte man sich vom kleinen Warengeschäft hin zu einem starken Baumarktriesen. Die Wurzeln des Unternehmens gehen auf das Jahr 1921 zurück, als sich Lucius Smith Lowe dazu entschied in der kleinen Stadt North Wilkesboro (North Carolina, USA) ein kleines Baumarktgeschäft zu eröffnen. Der Laden trug den ziemlich unkreativen Namen “Mr. L. S. Lowe’s North Wilkesboro Hardware“. Bereits zu dieser Zeit konzentrierte er sich auf die Herstellung und den Vertrieb von Bau- und Eisenwarenmaterialien. Als Lucius 1940 im Alter von 61 Jahren verstarb, erbte seine Tochter Ruth das Geschäft. Da sie sich allerdings nicht dazu in der Lage sah, das Unternehmen zu leiten, verkaufte sie es noch im selben Jahr an ihren Bruder Jim Lowe. Dieser schloss sich mit Ruths Ehemann Carl Buchan zusammen, um das Geschäft gemeinsam fortzuführen. Kurz darauf mussten aber beide im Zweiten Weltkrieg in der US-Armee dienen. In dieser Zeit leitete also wieder Ruth und ihre Mutter das Baumarktgeschäft.

Buchan wurde 1943 im Krieg verwundet und anschließend aus der Armee entlassen. Zurück in North Wilkesboro übernahm er die Geschäftsleitung und merkte schnell, dass er den Laden reorganisieren müsste. Zu dieser Zeit wurden auch sehr viele Artikel verkauft, die mit dem eigentlichen Baumarktgeschäft nichts zu tun hatten. Darunter waren Nähzeug, Textilwaren, Pferdesattel und Schnupftabak. Buchan war bewusst, dass nach dem Krieg der Bedarf an Baumaterial rapide steigen wird. So beteiligte er sich im Jahr 1946 mit 50 Prozent am Unternehmen. Die Geschäfte liefen blendend und bis 1949 hat man so viel verdient, um eine zweite Filiale zu eröffnen. Bis 1952 wurde Buchan alleiniger Firmeneigentümer. Jim Lowe gründete später die Lebensmittelkette Lowes Foods. Fortlaufend reinvestierte Buchan die Gewinne in die Eröffnung weiterer Standorte und der Schneeball kam nach und nach ins Rollen. Als er 1961 im Alter von nur 44 Jahren an einem Herzinfarkt starb, zählte das Unternehmen 21 Läden mit einem stolzen Jahresumsatz von 32 Millionen US-Dollar. Im selben Jahr brachte man die Lowe’s Companies Inc. an die Börse.

In den 1980er-Jahren, kam ein weiterer Player auf den Markt, der zunehmend zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten anwuchs und Lowe’s das Leben schwer machte. Die Rede ist natürlich von der Baumarktkette The Home Depot, die mit riesigen Geschäften ein komplett neues Format einführten. Lange sträubte sich Lowe’s gegen dieses neue “Big-Box”-Format, doch letztendlich nahm man eine Menge Geld in die Hand und baute seine bestehenden Filialen nach diesem Muster um. Ab diesem Zeitpunkt lief es wieder rund und man konnte weiter expandieren. Heute betreibt Lowe’s Companies mehr als 2.200 Filialen in den USA und in Kanada und bedient über 18 Millionen Kunden in der Woche. Neben dem klassischen Endkundengeschäft verdient man ebenfalls sehr gutes Geld im Business-to-Business-Sektor.

Der Lowe’s Companies Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 29. November 2022
Symbol:
LOW
WKN:
859545
ISIN:
US5486611073
Land:
USA
Marktkapitalisierung:
124.9 Mrd. €
Dividendenrendite:
1.8%
Zahlungsintervall:
quartalsweise
Erste Dividende:
1961

Aussichten

Wie wird sich das Geschäft der Lowe’s Companies zukünftig entwickeln?
Außer Frage steht sicherlich, dass das Management des zweitgrößten Baumarktkonzerns der Welt weiter versuchen wird, in neue Regionen zu expandieren. In den USA fällt es zunehmend schwerer, lukrative Standorte zu finden. Aus diesem Grund schreckt man auch nicht davor zurück, den Blick über den Tellerrand zu werfen. Kanada und Mexiko sind hier natürlich nahe liegend. Wobei man dort zuletzt einige Filialen schließen musste. Home Depot wagte etwa den Schritt über den großen Teich nach China – musste aber auch dort alle 7 Filialen wieder schließen. Die Hoffnung sollte man dennoch nicht aufgeben, schließlich beschäftigt man die besten Experten, die aus solchen Fehltritten sicher lernten.

Und der Markt boomt nach wie vor. Immer mehr Menschen fangen wieder damit an, ihre Sachen zu reparieren oder neue Dinge zu basteln. Der Do-It-Yourself-Sektor hat inzwischen sehr viele Fans. Das kann man beispielsweise auch sehr gut auf YouTube verfolgen, wo Videos von Selbstgebasteltem Millionen von Klicks sammeln. Baumärkte profitieren natürlich von solche einem Trend. Damit nicht nur Erwachsene auf den Geschmack kommen, bietet Lowe’s seit Kurzem landesweit in allen Filialen kostenlose Kinder-Bastel-Workshops an.

Home Depot und Lowe’s Companies sprechen zwar die gleichen Kunden an, unterscheiden sich dennoch in ihre Einrichtung enorm voneinander. So finden sich in Home Depot-Baumärkten mehrere hohe Regale, die nur mit dem Gabelstapler bedient werden können – das erzeugt natürlich einen gewissen “Profi-Look”. Lowe’s Companies setzt hier eher auf ein angenehmeres Shopping-Gefühl, welches gerade Erstkunden nicht so sehr abschreckt, wie es das Einrichtungskonzept der Konkurrenz tun könnte. Das ist aber letztendlich reine Geschmackssache. Ein Punkt, in dem sich die beiden Baumärkte ebenfalls unterscheiden, ist das Logistiknetzwerk. Hier hat Lowe’s aktuell gegenüber Home Depot einen Vorsprung – man startete schon deutlich früher mit dem Aufbau einer effizienteren Lieferkette.

Und genau dieses optimierte Logistiknetzwerk wird zukünftig noch deutlich wichtiger werden. Mehr und mehr Kunden wechseln vom Offline-Shopping hin zum bequemen online Einkauf. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten: Kunden könnten online den Katalog durchsuchen, ihr gewünschtes Produkt finden und à la Amazon online bestellen und liefern lassen. Größere Teile könnten auch in eine nahegelegene Filiale geschickt werden, wo sie der Kunde selber abholt. Oder der Kunde befindet sich im Laden, weil er seine speziellen Fragen beantwortet haben und mit einem ausgebildeten Fachmann reden möchte, hat aber kein Auto und möchte seinen Einkauf nach Hause geliefert bekommen. Abgesehen von Privatkunden, können auch Bauunternehmen große Mengen an Baumaterial bei Lowe’s Companies bestellen und direkt auf die Baustelle liefern lassen. In all diesen und vielen weiteren Fällen wird eine reibungslose Lieferkette benötigt, um für die beste Kundenzufriedenheit zu sorgen.

Ganz grundsätzlich kann man sagen, wenn es der US-Wirtschaft gut geht, dann werden mehr Immobilien gebaut und renoviert und somit verdient auch Lowe’s in so einer Phase sehr gutes Geld. Und so hart es auch klingt, aber Lowe’s und auch Home Depot profitieren von verheerenden Unwetterschäden. Und Experten gehen davon aus, dass uns im Zuge des Klimawandels hiervon noch so einige bevorstehen.

Und wie sieht es mit der Dividende aus?
Hier ist Lowe’s Companies ein echtes Vorzeigeunternehmen. Seit 1961, also seit dem IPO, schüttet man eine Gewinnbeteiligung an seine Aktionäre aus. Und seitdem wird die Dividende auch Jahr für Jahr gesteigert. Der Durchschnittswert der letzten 10 Jahre liegt hier bei überragenden 19,44 Prozent pro Jahr. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 2% und die Ausschüttungsquote bei knapp 39%. Für einen Dividendenkönig sind das erstklassige Zahlen.

Fazit:
Die Lowe’s Companies Inc. hat es geschafft, sich vom kleinem familienbetriebenen Baumarkt hin zu einem der Globalplayern der Branche zu entwickeln. Auch, wenn man zwischenzeitig zu kämpfen hatte, bewies man ständig Anpassungsfähigkeit. Ich bin sicher, dass man von diesem Talent auch bei zukünftigen Problemen Gebrauch machen kann. Dividendenjäger, die nicht bereits den Marktführer Home Depot im Portfolio haben, sollten sich dieses Unternehmen noch mal genauer anschauen.

Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
1.8 %
4 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
19.6 %
6 von 6
Ausschüttungsquote
36.3 %
6 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
60 Jahre
6 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
487 %
3 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
20.6 %
3 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
7 %
2 von 3
Verschuldungsgrad
81.4 %
0 von 3
Gesamtpunktzahl
=
30 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

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Benedikt Stafflinger

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Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
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Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

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