Hasbro

Hasbro

Eine Welt ohne Spiele? Nein danke!

Jap, das Leben ist ein Spiel – und letzte Woche musste ich leider mal eine Runde aussetzen. Aufmerksame Leser haben es sicher bemerkt, letzten Sonntag kam kein Artikel von mir online. Das lag daran, dass mich eine lästige Grippe komplett flach legte. An dieser Stelle “Sorry!”, dass ich euch das nicht irgendwie mitteilen konnte. Diese Woche stelle ich euch dafür ein super interessantes und gleichzeitig auch ein etwas verspieltes Unternehmen vor.

Hasbro ist ein weltweit agierendes Spielzeug-, Brettspiel- und Unterhaltungsunternehmen, das unter anderem beliebte und bekannte Brettspiele wie Das Spiel des LebensCluedoRisiko oder natürlich Monopoly vertreibt. Abgesehen von Brettspielen bietet das Unternehmen auch viele Spielzeuge für Klein und Groß an. Neben Play-Doh-Knete und Nerf-Pistolen gibt es auch My Little Pony Spielzeug und Star Wars Actionfiguren. Doch wie wurde das Unternehmen so groß und lohnt sich hier eine nähere Betrachtung für uns Aktionäre?

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Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Hasbro Inc.:

Der heutige Spielzeuggigant Hasbro findet seinen Ursprung im Jahr 1923, als sich die drei Brüder Herman, Hillel und Henry Hassenfeld zusammenschlossen, um im gemeinsamen Textilgeschäft zu arbeiten. Die 3 Geschwister mit polnisch-jüdischen Wurzeln verkauften zuerst nur Stoffreste, bis sie daraus Mitte der 1920er-Jahre Hut- und Bleistiftkastendeckel fertigten. Als sie den Erfolg ihrer Federmäppchen bemerkten, stellten sie ihre ersten 8 Mitarbeiter (alles Familienmitglieder) ein, um mehr produzieren zu können. Außerdem gründeten sie im Jahr 1926 gemeinsam die Hassenfeld Brothers Inc.. Kurze Zeit später beteiligte sich Hilal aber an einem anderen Textilunternehmen und Henry übernahm die Leitung der eigenen Firma. Er war ein harter, aber auch sehr kluger Geschäftsmann, sodass sein Unternehmen selbst in der Weltwirtschaftskrise 1929 weitere Mitarbeiter einstellen und auch den Gewinn deutlich steigern konnte. Zu dieser Zeit produzierten sie neben Federmäppchen auch Stoffbeutel mit Reißverschlüssen, die bereits mit Schulmaterial befüllt waren. Als 1935 ein Bleistiftlieferant die Preise erhöhen und selbst in das Federmäppchen-Business einsteigen wollte, entschied man sich eine eigene Bleistiftproduktion aufzubauen. Dieses Geschäft sollte für die nächsten 45 Jahre stabile Einkünfte sicherstellen (1980 spaltete man diesen Geschäftszweig vom Konzern ab).

Gegen Ende der 1930er-Jahre erweiterten die Gebrüder Hassenfeld ihr Produktportfolio. So brachte man neben ersten medizinischen Sets für Krankenschwestern und Ärzte auch eine Modelliermasse auf den Markt. Während des Zweiten Weltkriegs vermarktete das Unternehmen ein Kinder-Luftschutzset mit Spielzeuggasmasken. Als man den profitablen Markt der Spielzeuge für sich entdeckte, entschied man intensiv in die Kunststoffindustrie zu investieren. Als Merill Hassenfeld, Henrys Sohn und Präsident des Familienunternehmens, einmal seine Tochter dabei beobachtetet, wie sie sich mit Süßigkeiten schminkte, war für ihn schnell klar, dass sie ein eigenes Kinder-Schminkset auf den Markt bringen müssten. 1952 landete man mit Mr. Potato Head seinen ersten großen Spielzeugverkaufsschlager und schaltete nun auch erstmals Fernsehwerbung, die direkt an Kinder gerichtet war. In den folgenden Jahren wurde man ein wichtiger Lizenznehmer verschiedener Disney-Figuren. Um für Jungen, die natürlich nicht mit Puppen spielen wollten, eine Action-Figur auf den Markt zu bringen, stellte man 1964 G.I. Joe vor. Auch dieses Spielzeug wurde schnell zum absoluten Verkaufshit.

Ab dem Jahr 1968 kürzte man seinen Firmennamen zu Hasbro Industries und ging nun auch als Aktiengesellschaft an die Börse – wenn auch nur mit einem kleinen Teil. Der große Teil des Unternehmens war weiterhin in Familienhand. Außerdem baute man sein Spielwarengeschäftsfeld stetig weiter aus und versuchte sich selbst an einer eigenen Kindergartenkette. Doch als dieser Plan scheiterte und auch mehrere Spielzeuge verboten wurden, musste man sich wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren. 1984 übernahm man mit der Milton Bradley Company einen großen Brettspielhersteller. 1991 folgte auch der Monopoly-Vertreiber Parker Brothers. Über die Jahre hinweg folgten noch einige weitere kluge Akquisitionen und man konnte seine Stellung als eines der weltweit größten Spielwarenunternehmen festigen. Heute ist man aus dieser Branche nicht mehr wegzudenken …

Der Hasbro Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 29. November 2022
Symbol:
HAS
WKN:
859888
ISIN:
US4180561072
Land:
USA
Marktkapitalisierung:
8.2 Mrd. €
Dividendenrendite:
4.5%
Zahlungsintervall:
quartalsweise
Erste Dividende:
1981

Aussichten

Wie werden die Geschäfte von Hasbro zukünftig weiterlaufen?
Schaut man sich die Spielwarenbranche an, stellt man schnell fest, dass die Stimmung hier definitiv angespannt ist. Kinder und Jugendliche spielen hauptsächlich Videospiele auf einer Konsole oder auf dem Smartphone. “Altmodische” Brettspiele sind hier einfach nicht mehr zeitgemäß. Dass die gesamte Branche zu kämpfen hat, sieht man auch am Einzelhändler Toys „R“ Us, der im Jahr 2017 in die Insolvenz schlitterte. Natürlich bekamen auch die großen Hersteller wie MattelLegoPlaymobil oder eben Hasbro die Folgen dieses Insolvenzantrages zu spüren. Jetzt startet Toys “R” Us mit einem neuen Konzept einen Wiederbelebungsversuch. Man möchte sich von einem einfachen Spielzeugladen hin zu einem Erlebnisladen wandeln. Kinder sollen Spielzeuge gemeinsam mit den Verkäufern austesten können – so lassen sich sicher Fehlkäufe minimieren. Genau das, sehe ich als riesigen Vorteil gegenüber reinen Online-Händlern, wie beispielsweise Amazon. Auch Hasbro hat reagiert und versucht vermehrt auf digitale Produkte und Projekte zu setzen. Außerdem vermischt man immer häufiger gut laufende Marken und kreiert so neue Produktlinien. Ein gutes Beispiel hierfür sind die ganzen verschiedenen Monopoly-Editionen.

Erinnert ihr euch noch an meinen Artikel über die Walt Disney Company? Hier habe ich angeführt, dass der Unterhaltungskonzern haufenweise Rekorde mit seinen Filmen knackt. Avangers oder Star Wars sind extrem erfolgreich laufende Filmreihen. Natürlich verkaufen sich dann auch im selben Atemzug Actionfiguren oder Merchandise-Produkte von Hasbro. Und hier ist auch noch lange kein Ende in Sicht. Disney plant noch eine ganze Reihe von neuen Filmen, das wird sicher auch die Aktie unseres heutigen Kandidaten weiter vorantreiben. Neben Disney profitiert Hasbro aktuell aber auch von Netflix. Hier fädelte man einen Deal zur Verfilmung des beliebten Fantasy-Kartenspiels Magic: The Gathering ein.

Fakt ist aber auch, dass der Markt in Nordamerika und Europa langsam etwas gesättigt ist. Die großen Wachstumschancen schlummern definitiv in den Entwicklungsländern. Hier steigt aktuell der Wohlstand und mehr und mehr Familien können ihren Kindern attraktive Spielwaren kaufen. Gerade in Asien, Lateinamerika und Osteuropa sollte man sich hier verstärkt aufstellen, um sich diese Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Des Weiteren nutzt Hasbro auch immer mehr die Möglichkeit, seine Produkte über Social-Media-Kanäle zu verbreiten. Man muss nun mal da sein, wo sich seine Kunden aufhalten …

Zu guter Letzt stellt sich der Konzern Hasbro immer breiter auf, um schwächelnde Geschäftsfelder leichter wegzustecken. Für stolze vier Milliarden US-Dollar kaufte man sich die kanadische TV-Produktionsfirma Entertainment One. Neben Kinderserien wie Peppa Wutz ist man nun auch Inhaber von Death Row Records – dem Label in dem einst Hip-Hop Größen wie Dr. Dre, Snoop Dogg oder auch 2Pac unter Vertrag standen. Eine breitere Diversifikation ist stets sinnvoll.

Und wie gehts mit der Dividende weiter?
Seit dem Jahr 1981 erhalten Aktionäre des Spielwarenkonzerns Hasbro eine Gewinnausschüttung in Form von Dividenden. Allerdings schaffte es das Unternehmen nicht, die Dividende regelmäßig zu erhöhen. Im Jahr 2001 musste sie gekürzt werden und im Jahr 2006 blieb sie im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Man darf sich also erst in einem weiteren erfolgreichen Jahr zum Dividendenadel zählen. Aktuell gibt es eine Dividendenrendite von 2,6 Prozent. Da zuletzt aber der Gewinn etwas eingebrochen ist, liegt hier die Ausschüttungsquote momentan bei 132 Prozent. Das sollte man definitiv im Auge behalten …

Fazit:
Hasbro ist ein breit aufgestellter Spielzeug- und Unterhaltungskonzern, der mit beliebten Brettspielen, Actionfiguren und weiteren Spielzeugen sehr gutes Geld verdient. Man profitiert von erfolgreichen Filmen und Serien und ist für die Zukunft super gewappnet. Vor allem Aktionäre mit eigenen Kindern sollten sich dieses Unternehmen mal etwas genauer anschauen.

Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
4.5 %
6 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
4.9 %
1 von 6
Ausschüttungsquote
93.3 %
1 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
0 Jahre
0 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
60 %
1 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
-11.9 %
0 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
3.7 %
1 von 3
Verschuldungsgrad
30.9 %
1 von 3
Gesamtpunktzahl
=
11 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

Weitere interessante Unternehmen:

Benedikt Stafflinger

Benedikt Stafflinger

Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
Benedikt Stafflinger

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Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

Wie ist deine Meinung zu Hasbro?

6 Antworten

  1. Hi Benedikt!

    Es ist immer interessant deine Vorstellungen zu lesen. Ich weiß, dass dahinter viel Arbeit steckt.
    Deswegen vielen Dank für deine Mühe und gute Besserung!

    Gruß
    Luca

    1. Hallo Luca,
      bitte entschuldige die späte Rückmeldung. Neben meiner blöden Grippe war ich die letzten Tage noch mit meinem Umzug beschäftigt.
      Vielen vielen Dank für dein Feedback und deine Genesungswünsche.
      Ich freue mich total, wenn meine Artikel gut ankommen 🙂
      Schönen Tag noch.
      Benedikt

  2. Hi Benedikt! Dake für deine Einschätzung zu Hasbro. Ein sehr interessantes Unternehmen, welches ich als Titel für mein Portfolio gar nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Hasbro wirkt auf mich ziemlich stabil und sicher. Dazu kommt, dass es für mich auch emotional interessant ist. Natürlich würde ich nie einen Titel kaufen nur weil ich das Unternehmen toll finde. Trotzdem muss für eine Kaufentscheidung alles passen. Das sieht hier sehr gut aus. Hasbro kommt jetzt definitiv auf meine Watchlist.

    1. Hallo Rina,
      ich sehe das genauso wie du. Das Unternehmen muss einfach gesamtheitlich passen.
      Es bringt einfach nichts, wenn man nur so halbherzig investiert und bei der ersten negativ Presse seine ganze Strategie über den Haufen wirft…
      Liebe Grüße
      Benedikt

  3. Hallo Herr Stafflinger,

    ich finde es super, dass Sie auch vermeintlich unbekanntere Dividendenaktien vorstellen.
    Ihre Analysen und Aussichten sind sehr detailliert und nachvollziehbar.

    Vielen Dank und viele Grüße vom
    Dividendenkalender

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