J.B. Hunt Transport Services

J.B. Hunt Transport Services

Von der Sägespäne zum Logistik-Giganten

Seit Jahren steht die Logistikbranche vor einem riesigen Problem. Etwa die Hälfe der Lkws auf deutschen Straßen fahren leer! Häufig fahren sie voll beladen zu ihrem Bestimmungsort, entladen ihre Ware beim Empfänger und fahren anschließend leer nach Hause. Nur noch selten wird der ursprüngliche Empfänger zum Absender der nächsten Ladung. Kein Wunder, dass auch unsere Autobahnen zunehmend verstopfen – dabei gäbe es doch eine deutlich praktischere und vor allem nachhaltigere Alternative: die Schiene. Doch anstatt in das marode Schienennetz zu investieren, baut man weiter die Autobahnen aus …

Naja, zurück zum Thema Lkws. J.B. Hunt Transport Services, eines der größten Logistikunternehmen in Nordamerika, etablierte kürzlich die innovative Plattform J.B. Hunt 360. Dieses Netzwerk an Versendern und Transportdienstleistern könnte die Effizienz der gesamten Logistikbranche deutlich steigern. Grund genug, uns das Unternehmen heute mal genauer anzuschauen.

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Die Entstehung und das Geschäftsmodell der J.B. Hunt Transport Services Inc.:

Der Ursprung des heutigen Transportunternehmens geht auf den 28. Februar 1927 zurück, als Johnnie Bryan Hunt in Heber Springs (Arkansas) geboren wurde. Seine frühe Kindheit war geprägt von den Folgen der großen Depression. So musste J.B., wie man ihn meistens nannte, oft auf der Farm seines Vaters aushelfen. Bereits in der siebten Klasse verließ er die Schule, um im Sägewerk seines Onkels zu arbeiten. Auf diese Weiße konnte er seine Eltern und seine sechs Geschwister finanziell etwas unter die Arme greifen. Schnell fand J.B. einen weiteren Weg, um an etwas Geld zu kommen – der 12-jährige fegte Sägespäne vom Boden auf und verkaufte sie an lokale Geflügelzüchter, die sie wiederum als Streugut für ihre Hühnerställe verwenden konnten. Etwas später versuchte sich J.B. in verschiedenen Berufen, so arbeitete er zeitweise als Vieh-Auktionator, Holzverkäufer und betrieb ein erfolgloses Stallgeschäft. Eines Tages lieh er sich 10 Dollar von einem Freund, trampte in die Hauptstadt des Bundesstaates Little Rock und besorgte sich einen Job als Lkw-Fahrer bei der Superior Forwarding Company.

Dort verdiente er circa 40 Dollar in der Woche, war dafür aber auch jeden Tag auf der Straße unterwegs. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Jahreseinkommen lag damals bei etwa 3180$. So verpasste er beispielsweise auch die Geburt seines ersten Kindes. Als er eines Tages mit seinem Truck auf einer Tour im östlichen Arkansas unterwegs war, beobachtete er einige Farmer, die ihre überschüssigen Reishülsen verbrannten. Rasch erinnerte er sich an seinen früheren Nebenjob und stellte fest, dass sich auch diese Reisschalen als Einstreu für Ställe eigenen würden. Kurzerhand entwickelte er ein Konzept, wie er diese Hülsen etwas feiner mahlen und anschließend verpacken konnte. Außerdem überzeugte er einige Investoren, die ihm schließlich 85.000 Dollar zusicherten, um seine Verpackungsanlage zu bauen. Trotz aller Anstrengungen ist es dem jungen Unternehmer dennoch nicht gelungen, im ersten Jahr einen Gewinn zu erwirtschaften. J.B. war allerdings fest von seinem Geschäft überzeugt, arbeitete gemeinsam mit seiner Frau Johnelle intensiv an seinem Traum und stand tatsächlich Ende der 1960er-Jahre mit seinem Reishülsen-Betrieb an der Spitze seiner Branche.

Im Jahr 1969 trat ein langjähriger Kunde an J.B. heran und beklagte sich über den schlechten Service einer seiner Speditionen. Da genau diese Spedition zu dieser Zeit über eine Geschäftsaufgabe nachdachte, ermutigte er J.B. die fünf Lastwagen und die sieben Anhänger des Transportdienstleisters abzukaufen und seine Lieferverträge zu übernehmen. Anfangs betrieb J.B. sein Transportgeschäft nebenbei, doch die Grundsteine der heutigen J.B. Hunt Transport Services Inc. waren nun gelegt. Auch in diesem Geschäftsfeld war er anfangs nicht profitabel, da die strengen Regularien und hohen Betriebskosten seinen Gewinn auffraßen. Doch auch hier zahlte sich letztendlich die Ausdauer des Unternehmerpärchens aus und im Herbst 1983 ging man an die Börse. Noch im selben Jahr verkaufte man sein erfolgreiches Reishülsen-Geschäft für insgesamt 2,4 Millionen US-Dollar an seinen größten Kunden Eli Lilly and Company. Als erstes Speditionsunternehmen ging J.B. Hunt im Jahr 1989 ein Joint Venture mit der Santa Fe Railway (seit 2010 Tochtergesellschaft von Berkshire Hathaway) ein, um intermodulare Transportdienste anbieten zu können. Wenig später folgten Kooperationen mit der Canadian National Railway und weiteren Eisenbahnen. Heute gehört J.B. Hunt Transport Services zu den größten Transportunternehmen in den USA und ist für die Zukunft bestens positioniert.

Der J.B. Hunt Transport Services Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 29. November 2022
Symbol:
JBHT
WKN:
885365
ISIN:
US4456581077
Land:
USA
Marktkapitalisierung:
17.8 Mrd. €
Dividendenrendite:
0.9%
Zahlungsintervall:
quartalsweise
Erste Dividende:
1985

Aussichten

Wie steht es um die Zukunft der J.B. Hunt Transport Services Inc.?
Zunächst möchte ich einen Blick auf die Zahlen des zuletzt veröffentlichten Quartals (Q3 2020) werfen. Der Umsatz in diesem Zeitraum lag bei 2,47 Milliarden US-Dollar und stieg damit um 4,7% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Daraus konnte man einen Gewinn von 125,5 Millionen US-Dollar realisieren, was je Aktie einem Gewinn von 1,18 USD entsprach. Im Q3 2019 lag der Gewinn noch bei 118,4 Millionen USD, beziehungsweise bei 1,10 USD je Aktie. Angesichts der Tatsache, dass auch für J.B. Hunt das Geschäftsjahr 2020 durchwachsen und wirtschaftlich sicher nicht einfach war, sind die Ergebnisse des dritten Quartals sehr erfreulich. Während bei einigen Industriekunden die Nachfrage schwächelte, stieg der Bedarf an Transportdienstleistungen im Einzelhandelssektor. Auch hier zeigt sich wieder, wie wichtig und sinnvoll das Thema Diversifizierung ist.

In meinen Augen ist J.B. Hunt Transport Services sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Seit mehreren Jahrzehnten verzeichnet das Unternehmen solide Umsatz- und Gewinnzuwächse. Dass bei solchen Zahlen, der Aktienkurs folgt, spricht für sich. Außerdem arbeitet J.B. Hunt auch stets daran, das bestehende Geschäft weiter auszubauen und ist hier wirklich auf einem sehr guten Weg. Mit seiner Technologie-Plattform J.B. Hunt 360, können Kunden unkompliziert ihre Lieferungen anmelden und Speditionsunternehmen bequem Aufträge annehmen. Übernimmt hier eine Drittpartei eine Fracht, entsteht für J.B. Hunt kein Mehraufwand, dennoch bekommt man einen kleinen Teil vom Kuchen ab. Alles in allem bin ich sehr zuversichtlich, was die Zukunft des Transportgiganten aus Arkansas anbelangt.

Wie steht es um die Dividende?
Bereits im Jahr 1985 erhielten J.B. Hunt Aktionäre ihre erste Dividende. Allerdings wurde sie damals eher nebensächlich behandelt – mal wurde sie angehoben, mal wurde sie gesenkt und in den Jahren 2001 bis 2003 komplett ausgesetzt. Seit 2004 pflegt das Transportunternehmen aber eine vorbildliche Dividendenpolitik mit jährlichen Steigerungen. Betrachtet auf den letzten 10 Jahren liegt die Dividendensteigerungsrate bei soliden 8,45 Prozent. Mit 0,7 Prozent ist die momentane Dividendenrendite zwar recht gering, die extrem niedrige Ausschüttungsquote von 23,3 Prozent lässt aber noch viel Luft nach oben vermuten. Mittel- bis langfristig würde ich mir persönlich eine Ausschüttungsquote von 40 bis 50 Prozent wünschen.

Fazit:
Dem Unternehmensgründer Johnnie Bryan Hunt ist es gelungen, eines der größten und erfolgreichsten Transportunternehmen Nordamerikas aufzubauen. Aus meiner Sicht spricht nichts dagegen, dass J.B. Hunt Transport Services auch in Zukunft weiter wachsen kann und Langfristinvestoren glücklich macht.

Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
0.9 %
2 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
12.4 %
4 von 6
Ausschüttungsquote
16.7 %
6 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
18 Jahre
4 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
194.5 %
3 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
24.6 %
3 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
16.2 %
3 von 3
Verschuldungsgrad
11.6 %
2 von 3
Gesamtpunktzahl
=
27 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

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Benedikt Stafflinger

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Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
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Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

Wie ist deine Meinung zu J.B. Hunt Transport Services?

2 Antworten

  1. Hi Ben! Frohes Neues Jahr noch 🙂
    Super Artikel zu J.B.Hunt – Gefällt mir gut – die hatte ich nie wirklich auf’m Schirm obwohl die Transportbranche ja wirklich zukunftsträchtig ist. Momentan ein bisschen teuer aber meine Watchlist ist geduldig. Liebe Grüße, weiter so! Martin

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