American States Water

American States Water

Das lukrative Geschäft mit Wasser

Sicher kann man diese Überschrift schnell falsch verstehen. Sauberes Trinkwasser sollte doch ein Grundrecht jedes Menschen sein – ist es aber leider nicht. Immer wieder liest man Artikel über Konzerne, die Wasserquellen privatisieren und anschließend ein sehr lukratives Geschäft damit machen. Und da sind wir auch schnell wieder beim Thema moralisch vertretbarer Investments. Aus meiner Sicht kann man bei der American States Water Company als Aktionär hingegen mit gutem Gewissen sein Geld anlegen.

Die Holdinggesellschaft aus Kalifornien tritt als Wasser- und Stromversorgungsunternehmen auf und versorgt über eine Million Menschen in 9 Bundesstaaten. Die Golden State Water Company, eine der Tochtergesellschaften, stellt hierbei Trinkwasser für mehr als 261.000 Kundenanschlüssen in über 80 Gemeinden bereit. Zudem verteilt man Strom an rund 24.000 Anschlüsse. Und die American States Utility Services Inc. betreibt und wartet Wasser- und Abwassersysteme auf US-Militärbasen.

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Die Entstehung und das Geschäftsmodell der American States Water Company:

Unsere Geschichte beginnt 1855 in der nordirischen Stadt Belfast, als William Mulholland geboren wird. In den 1870er Jahren wanderte er nach New York City aus, zog aber letztendlich nach Kalifornien. Dort arbeitete er zunächst als Hilfsarbeiter bei der Los Angeles Water Company. Die Wasserversorgung der Stadt war veraltet und befand sich in den Händen des Unternehmers Frederick Eaton. Mulholland wurde dank seiner Wissbegier und der Freundschaft zu Eaton im Jahr 1886 mit der Leitung des Betriebs beauftragt. 1904 reisten die beiden ins Owens Valley, um Wasserrechte zu kaufen. Mit verschiedenen Tricks überlisteten sie die Ortsansässigen und Mulholland konnte 1907 mit dem Bau seines Aquädukts beginnen. Nur dank dieser Wasserleitung konnte Los Angeles wachsen und die heutige Größe erreichen. Der Owens Lake war bereits 1928 vollkommen ausgetrocknet.

Was hat das nun aber mit der American States Water Company zu tun? Nein, aus der Los Angeles Water Company entwickelte sie sich nicht, aber es war eine wichtige Einleitung, um die Verhältnisse besser zu verstehen. Mulhollands Aquädukt war gut, organisierte aber nicht die lokale Verteilung des Wassers, weshalb sich die meisten südkalifornischen Gemeinden dazu entschieden, eigene Wasserwerke zu bauen. Letztendlich beschloss eine Gruppe Chicagoer Investoren einige dieser kleinen Betriebe aufzukaufen und unter einer zentralen Verwaltung mit privater Finanzierung zu betreiben. Am 16. April 1928 gründeten sie ihre Holdinggesellschaft namens American States Public Service Company. Sie hatten die Absicht, in Versorgungsunternehmen in ganz Amerika zu investieren, wurden aber schnell auf den südkalifornischen Wassermarkt aufmerksam. Der Ingenieur John C. Rath wurde entsandt, mit der Befugnis kleinere Wasserwerke zu kaufen. Innerhalb von 8 Monaten kaufte er 33 Anlagen für insgesamt 5,8 Millionen Dollar. Seine bedeutendste Akquisition war der Kauf der Los Angeles Water Service Company in Höhe von 640 Tausend US-Dollar. Als Rath mit anderen Tätigkeiten beauftragt wurde, übergab er die Leitung an den jungen Sanitäringenieur Cornelius Prugh Harnish. Dank seines Fachwissens konnte man die Wasserqualität der Anlagen erheblich verbessern. Zu diesem Zeitpunkt hatte man bereits 43.000 Kunden in 31 Gemeinden. Die Systeme wurden fortlaufend ausgeweitet und modernisiert. Erst im Jahr 2005 bündelte man alle kalifornischen Anlagen unter dem neuen Namen Golden State Water Company.

Um das Geschäft weiter auszubauen, beschäftigte man sich auch schon früh mit Elektrizitätsversorgern. So übernahm man im Jahr 1938 das Unternehmen Bear Valley Electric Service Company. Dieser Energielieferant versorgt das Big Bear Valley in den San Bernardino Mountains mit Strom. Von 147 Kunden im Jahr 1938 konnte man die Zahl bis heute auf über 24.000 Kunden steigern. 1998 gründete man die American States Utility Services Inc. und schloss verschiedene Dienstleistungsverträge mit der US-Regierung, die teilweise eine Laufzeit von über 50 Jahren vorweisen. Hier kümmert man sich um die komplette Wasserversorgung und Abwasserentsorgung auf inzwischen über 10 Militärbasen verteilt in den USA. Die American States Water Company ist zwar eher ein kleinerer Marktteilnehmer im Vergleich zur Konkurrenz, dafür glänzt man aber mit einer erstklassigen Dividendenpolitik.

Der American States Water Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 11. Oktober 2022
Symbol:
AWR
WKN:
881720
ISIN:
US0298991011
Land:
USA
Marktkapitalisierung:
3.1 Mrd. €
Dividendenrendite:
1.8%
Zahlungsintervall:
quartalsweise
Erste Dividende:
1931

Aussichten

Was kommt noch alles in Zukunft bei American States Water?
Fakt ist Wasser, genauer gesagt Süßwasser, ist lebensnotwendig. Ohne Wasser ist kein Leben möglich – wir benötigen es, um unseren Durst zu stillen, um unsere Pflanzen zu gießen oder unsere Tiere zu versorgen. Und außer Frage steht auch, dass Wasser ein knappes und kostbares Gut ist, das auch in nächster Zeit nicht plötzlich übermäßig zur Verfügung stehen wird. Im Gegenteil: der Wasserbedarf wird weiter deutlich ansteigen. Zum einen liegt das natürlich an der stetig steigenden Weltbevölkerung. Auch wenn wir nicht mehr die hohen Geburtsraten wie noch vor einigen Jahrzehnten haben, wird die Anzahl der Menschen doch noch eine Weile ansteigen. Außerdem steigt mit steigendem Wohlstand auch die Nachfrage nach Wasser. Gerade in Industrieländern wird aktuell enorm viel Wasser verbraucht. Zu guter Letzt trägt auch noch der Klimawandel dazu bei, dass die Nachfrage nach Trinkwasser in nächster Zeit steigen wird. Viele Regionen haben bereits heute mit Dürren und Trockenheit zu kämpfen, auch der Sonnenstaat Kalifornien kann hiervon ein Liedchen singen. Eine stabile Wasserversorgung wird hier also immer wichtiger.

Für das Unternehmen American States Water sehe ich aber eine sehr positive Zukunft voraus. Sicher wird man auch in Zukunft weitere Anlagen aufkaufen, um sich noch breiter aufzustellen. Unwahrscheinlich ist auch, dass die Preise für Trinkwasser in nächster Zeit fallen werden. Langfristig wird Wasser immer knapper und wichtiger und somit auch immer teurer.

Lohnt sich die Aktie für Dividendeninvestoren?
Ihre erste Dividende schüttete American States Water bereits im Jahr 1931 aus. Seit 1954 wird diese Gewinnausschüttung sogar jährlich angehoben. Somit darf sich der Wasserversorger zu den beliebten Dividenden Königen zählen. Die Dividendenrendite beträgt aktuell rund 1,4 Prozent und die Dividendensteigerungsrate (betrachtet auf 10 Jahren) liegt bei 8,8 Prozent. Damit macht man als Investor zwar keine Luftsprünge, aber es handelt sich hierbei um eine stabile Dividende, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft noch weiter steigen wird. Die Ausschüttungsquote ist mit rund 53% vollkommen in Ordnung.

Fazit:
Wasser ist unsere Lebensgrundlage und diese wird in Zukunft noch um einiges wichtiger werden. American States Water ist jedenfalls gut gewappnet und wird stetig am Ausbau und der Weiterentwicklung seiner Anlagen arbeiten. Mit langfristigen Verträgen mit der US-Regierung wird man auch noch lange gutes Geld verdienen. Wer also ein langweiliges, aber zukunftssicheres Investment sucht, ist hier meiner Meinung nach gut aufgehoben.

zuletzt aktualisiert am: 11. Oktober 2022
Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
1.8 %
4 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
9.6 %
3 von 6
Ausschüttungsquote
66.8 %
3 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
67 Jahre
6 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
271.2 %
3 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
3.8 %
1 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
2.1 %
0 von 3
Verschuldungsgrad
34.9 %
1 von 3
Gesamtpunktzahl
=
21 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

Weitere interessante Unternehmen:

Benedikt Stafflinger

Benedikt Stafflinger

Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
Benedikt Stafflinger

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Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

Wie ist deine Meinung zu American States Water?

8 Responses

  1. Hi Benedict
    Gerne lese ich deine Unternehmensvorstellungen und der dazugehörigen Geschichte. In mehreren Unternehmen bin ich schon investiert. Dividende ist für mich nebensächlich aber eine Begleitung mit Optionsscheinen macht bei solchen Unternehmen Sinn da sie häufig nicht so volatil sind. Das Risiko ist überschaubar, die Performance aber ist super. Probiere es mal aus.

    1. Hallo Oliver,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich gebe dir recht, mit Aktienoptionen kann man einiges an der Börse rausholen.
      Wenn du dich mit dem Thema befasst, dann kennst du doch sicher Jens Rabe, oder?
      Ab Februar ist er mein neuer Chef 🙂
      Heißt, da wird noch viel Content in Richtung Optionshandel kommen 😉
      Mehr will ich aber noch nicht verraten.
      Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag.
      Benedikt

  2. Hallo Benedikt!
    Danke für die ausführliche Vorstellung von American States Water! Sehr interessanter Titel und kannte ich bis jetzt auch nicht. Scheint aber ein stabiler Wert zu sein und immerhin schütten sie seit 1931 Dividende aus, nicht viele Unternehmen können das von sich behaupten. Werde mir das ganze auch nochmal anschauen und wer weiß, vielleicht bin ich im Laufe der Woche auch schon investiert 😉

    1. Hallo Sabrina,
      freut mich, dass ich dir ein neues Unternehmen etwas näher bringen konnte.
      Dann hab ich ja erfüllt, was ich mit meiner Webseite erreichen wollte 😉
      Liebe Grüße
      Benedikt

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