AMETEK

AMETEK

Von Telegrafen zu Kalibriergeräten

Was sind eigentlich die Lieblingsaktien der Deutschen? Einer Umfrage zufolge ist das die Top 5: Deutsche Telekom, Daimler, BASF, Deutsche Bank, Allianz; Wohlgemerkt die Umfrage ist von Februar dieses Jahres. Mal abgesehen davon, dass so eine Umfrage nie repräsentativ ist, wirft sie dennoch kein gutes Licht auf die deutsche Aktienkultur. BASF und die Allianz würde ich mir auch ins Depot holen, aber vom Rest würde ich definitiv die Finger lassen. Tatsächlich war ich verwundert, nicht auch Wirecard in dieser Liste aufzufinden …

Woran liegt das? Ich denke, viele beschäftigen sich nicht ausreichend mit der Materie und dann wird einfach gekauft, was man kennt. Dabei gibt es so viele tolle Unternehmen, die kaum jemand auf dem Schirm hat, die aber eine beachtliche Performance an den Tag legen. Mit meiner Webseite möchte ich genau hier anknüpfen und solche Unternehmen näher vorstellen. Aus dem Grund kommt heute: AMETEK.

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Die Entstehung und das Geschäftsmodell der AMETEK Inc.:

Unsere Geschichte beginnt im Jahr 1791, als im US-Bundesstaat Massachusetts Samuel Morse das Licht der Welt erblickte. Er besuchte das College von Yale und hörte sich bereits dort Vorlesungen über Elektrizität an. Um etwas Geld zu verdienen, zeichnete er kleine Bilder, die er für 5$ das Stück verkaufte. Nach und nach machte er sich einen Namen als Maler – auch heute finden sich noch Werke von ihm in den renommiertesten Museen der Welt. Einmal war Morse auf einer Schiffsreise und lauschte einem Gespräch zweier Passagiere, die sich über Elektromagnetismus unterhielten. Morse kam die Idee, dass wenn man Elektrizität in einem Kreislauf sichtbar machen könnte, man so auch Nachrichten übertragen können müsste. Von der Idee angefixt, tüftelte er so lange, bis er im Jahr 1837 seinen ersten Morse-Apparat vorstellte. Über die Jahre wurde sein Telegraf stets weiterentwickelt und verbessert. So auch von der Manhattan Electric Supply Company aus New York. Das Geschäft lief großartig, bis im Oktober 1929 die Spekulationsblase an der Wall Street platze und damit die große Depression einleitete.

Knapp ein halbes Jahr konnte man sich noch über Wasser halten, doch dann ging auch die Manhattan Electric Supply Company bankrott. Einige Aktionäre, die ebenfalls sehr viel Geld verloren hatten, glaubten dennoch an das Unternehmen und gründeten kurzerhand die American Machine and Metals Inc., in der sie nun die Manhatten Electric Company eingliederten. Von Beginn an suchte man nach geeigneten Übernahmekandidaten, die zum bestehenden Unternehmensportfolio passten. So kaufte man sich noch im ersten Jahr die Troy Laundry Machinery Division, die Haliwell Electric und die Trout Mining Company. Relativ schnell merkte Philipp Mumford, der Präsident des Unternehmens, dass die Manhattan Electric Co. doch nicht zum Unternehmensziel passte und verkaufte sie noch im Jahr 1931. Obwohl 1932 das schlimmste Jahr der Depression war, gelang es der AME, wie man sich abgekürzt nannte, einen kleinen Gewinn zu realisieren. In den folgenden Jahren floss durch verschiedene Regierungsaufträge sehr viel Geld in die Wirtschaft und das Geschäft der AME konnte sich deutlich verbessern. Mit Abschluss des Geschäftsjahres 1935 konnte AME seinen Aktionären die erste Dividende auszahlen.

Selbst der Kriegsausbruch in Europa im Jahr 1939 stellte für AME ein bedeutendes Wachstum dar. Für die Marine produzierte man verschiedene Waschmaschinen und in Panzern wurden Ventilatoren der Firma eingebaut. Mit dem erwirtschaftetem Geld konnte man 1944 das Unternehmen United States Gauge aufkaufen, das verschiedene Präzisionskomponenten herstellte. 11 Jahre später folgte die Übernahme von Lamb Electric, einem Hersteller von Elektromotoren für Kleingeräte. Da man immer mehr den Fokus auf Technik legte, änderte man im Jahr 1960 schließlich seinen Namen zu AMETEK Inc.. Den Expansionskurs und die vielen Akquisen hat man auch in den Folgejahren stets beibehalten und dennoch schreckte man auch nie davor zurück, schwächelnde Geschäftsfelder aufzugeben und auszugliedern. Aus dem Grund zählt AMETEK heute zu den weltweit führenden Anbietern von elektronischen Instrumenten (Kalibrier-, Prüf- und Überwachungsmessgeräte) und elektromechanischen Gerätschaften (Motoren, Interkonnektoren und technische Systeme). Insgesamt beschäftigt man mehr als 18.200 Mitarbeiter in rund 150 Produktionsstandorten in den USA und in 30 weiteren Ländern.

Der AMETEK Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 29. November 2022
Symbol:
AME
WKN:
908668
ISIN:
US0311001004
Land:
USA
Marktkapitalisierung:
31.0 Mrd. €
Dividendenrendite:
0.6%
Zahlungsintervall:
quartalsweise
Erste Dividende:
1935

Aussichten

Wie steht es um die Zukunft von AMETEK?
Generell bin ich hier durchaus optimistisch. Man ist längst in so vielen verschiedenen Industriezweigen vertreten und felsenfest in den unterschiedlichen Arbeitsschritten verankert, sodass es für Konkurrenten extrem schwer wird, hier AMETEK das Wasser reichen zu können. Mit seinen Kunden pflegt man langjährige Geschäftsbeziehungen, auch hier verfügt man also über einen gewissen Burggraben. Unbestritten ist auch, dass AMETEK in den nächsten Jahren weiter nach geeigneten Unternehmen suchen wird, die sich problemlos ins eigene Geschäft eingliedern lassen. Aber man möchte nicht nur extern wachsen, sondern auch intern – aus dem Grund steckt man auch immer viel Geld in die Forschung und Weiterentwicklung bestehender Produkte.

In der Einleitung erwähnte ich Anleger, die kaufen, was sie kennen. Ich bin überzeugt davon, dass es sich lohnt hin und wieder über den Tellerrand hinauszuschauen und sich mit unbekannten Dingen zu beschäftigen. Allerdings muss ich auch zugeben, dass es gerade bei eher unbekannten Firmen, wie AMETEK nicht immer leicht ist, etwas neuen und interessantes herauszufinden …

Und wie entwickelte sich die Dividende?
Seit dem Jahr 1935 zahlt AMETEK seinen Aktionären eine regelmäßige Quartalsdividende. Allerdings erhöht der Industriekonzern seine Dividende nicht jährlich. So zahlte er beispielsweise in den Jahren 2015, 2016, 2017 und auch in den Jahren 2018 und 2019 jeweils eine gleichbleibende Dividende. Nichtsdestotrotz schaffte es AMETEK in den vergangen 10 Jahren seine Dividende um durchschnittlich 19,8 Prozent jährlich anzuheben. Aktuell erhält man als Aktionär eine Dividendenrendite von 0,7 Prozent. Das ist zwar nicht viel, wenn man aber die ebenso geringe Ausschüttungsquote von 15,7 Prozent bedenkt, so relativiert sich das Ganze schnell wieder.

Fazit:
AMETEK stellte sich in vielen verschiedenen Sektoren breit diversifiziert auf und verfügt so über einen ziemlich starken Burggraben. Auch in Zukunft sollten hier die Geschäfte solide weiterlaufen. Wer die Branche generell interessant findet, dem kann ich auch mal Parker Hannifin und Illinois Tool Works ans Herz legen.

Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
0.6 %
1 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
20.1 %
6 von 6
Ausschüttungsquote
17.6 %
6 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
3 Jahre
1 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
275.1 %
3 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
14.7 %
3 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
7.4 %
2 von 3
Verschuldungsgrad
18.1 %
2 von 3
Gesamtpunktzahl
=
24 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

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Benedikt Stafflinger

Benedikt Stafflinger

Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
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Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

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