TOMRA Systems ASA

TOMRA Systems ASA

Weltmarktführer mit hohem Wachstumspotenzial

Im Jahr 2011 bin ich für meine Ausbildung nach München gezogen. Dort lebte ich anfangs in einem Jugendwohnheim, das zwar sehr komfortabel, aber auch dementsprechend recht teuer war. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass es damals finanziell nicht ganz so rosig bei mir aussah – tatsächlich musste ich in einigen Monaten sogar mehr für das Wohnheim zahlen, als ich bei meiner Ausbildung verdient habe. Um zu etwas Geld zu kommen, sammelte ich regelmäßig die Pfandflaschen meiner Zimmerkollegen ein. Tja, wäre ich damals am Leergutautomat etwas aufmerksamer gewesen, hätte ich vermutlich ein erstklassiges Qualitätsunternehmen kennengelernt – und am Rande erwähnt, hätte ein Investment seit September 2011 etwa 935 Prozent Rendite erwirtschaftet (ohne Dividenden).

Werfen wir heute also mal einen Blick auf die TOMRA Systems ASA, dem norwegischen Marktführer für Leergutautomaten und Sortieranlagen, der sowohl Langfristanleger als auch Umweltaktivisten glücklich macht.

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Die Entstehung und das Geschäftsmodell der TOMRA Systems ASA:

Die Gründung der TOMRA Systems ASA geht auf die beiden Brüder Petter Sverren und Tore Planke zurück. Petter Sverre, der ältere der beiden, wurde am 7. März 1936 in Oslo geboren und sein jüngerer Bruder Tore am 25. Januar 1943. Beide konnten eine behütete Kindheit und eine herausragende Ausbildung genießen. Petter entschied sich zuerst für ein Kunststudium, welches er auch 1955 erfolgreich abschloss. Etwa 3 Jahre später machte er eine Umschulung zum Handelsvertreter und fand schließlich eine Anstellung beim Etikettenunternehmen Antonson-Avery (dem skandinavischen Ableger von Avery Zweckform). Dort konnte er ein gutes Gespür für Kundenbedürfnisse entwickeln, während er auch sein Vertriebstalent ausbauen konnte. Tore hingegen war schon von klein auf technikbegeistert, weshalb er sich 1969 schließlich für den Studiengang der technischen Kybernetik an der Norwegian University of Science and Technology in Trondheim einschrieb. Außerdem studierte er Informatik zur Steuerung industrieller Prozesse und numerische Steuerung von Werkzeugmaschinen.

Mit dem Boom der Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte wuchs auch die Nachfrage nach einem geeigneten Flaschenrückgabesystem. Vor allem Glasflaschen waren teuer zu produzieren, weshalb man Kunden dazu anregen wollte, sie unversehrt zurückzugeben, gegen Pfand. Allerdings war die manuelle Rückgabe sehr zeitaufwendig und kostspielig, was auch eines Tages der Einzelhändler Aage Fremstad aus Asker bei Petter Planke beklagte. Kurzerhand schloss sich dieser mit seinem Bruder Tore zusammen und die beiden tüftelten in ihrem Keller an dem weltweit ersten voll automatischen Pfandflaschenautomaten. Hierfür entwickelte Tore ein innovatives System, das verschiedene Flaschentypen mithilfe von Fotozellen identifizieren konnte. Nach einigen erfolgreichen Tests wurde der Automat am 2. Januar 1972 in Fremstads Laden installiert. Nur einige Monate später entschieden sich beide Brüder ihre Jobs zu kündigen und sie gründeten die Petter Planke A/S in einer alten Werkstatthalle. Petter war Geschäftsführer und Vertriebsleiter, seine Frau Grete kümmerte sich um das Büro, Mutter Vivien verwaltete die Telefonzentrale, Tore konnte sich als technischer Direktor austoben und Vater Sverre wurde zum Vorsitzenden des jungen Familienunternehmens.

Bis Ende des Jahres konnte man 29 Maschinen in Norwegen installieren und schnell wuchs das Interesse im Ausland. Für seine Leergutautomaten suchte man einen neuen Namen, der auf der ganzen Welt gut aussprechbar ist – so einigte man sich auf TOMRA, der Ableitung von Tomflaske (norwegisch für “leere Flasche”) und Retur Automat (Rückgabeautomat). Etwas später wurde TOMRA auch zum Firmennamen. Die Geschäfte liefen blendend und man konnte Vertriebsvereinbarungen in Europa und den Vereinigten Staaten abschließen. Als 1974 ein schwedischer Weinhändler gleich 100 Maschinen auf einmal bestellte, sorgte das für einen Umsatzdurchbruch und man konnte noch schneller expandieren. Um sich Kapital zu beschaffen, brachte man TOMRA 1985 an die Osloer Börse. Erst im Jahr 2000 begann TOMRA Systems seine Geschäftsfelder breiter zu diversifizieren. Nach einigen strategischen Geschäftsübernahmen baute man sich mit smarten Sortieranlagen für die Nahrungsmittel-, Recycling- und Bergbaubranche einen zusätzlichen Wachstumstreiber auf. Heute ist TOMRA Systems mit seinen Pfandautomaten mit großem Abstand Marktführer und ist auch mit seinen Sortieranlagen bestens für die Zukunft positioniert.

Der TOMRA Systems ASA Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 29. November 2022
Symbol:
TOM.OL
WKN:
872535
ISIN:
NO0005668905
Land:
Norwegen
Marktkapitalisierung:
5.4 Mrd. €
Dividendenrendite:
1.6%
Zahlungsintervall:
jährlich
Erste Dividende:
1993

Aussichten

Wie kann sich TOMRA Systems in Zukunft weiterentwickeln?
Zunächst möchte ich noch mal kurz das Geschäftsmodell von TOMRA Systems zusammenfassen. Der Hersteller von Sortierungsanlagen für verschiedene Anwendungszwecke gliedert sein Geschäft hauptsächlich in zwei Segmente: Sorting Solutions und Collection Solutions. Im Geschäftsfeld Sorting stellt man Maschinen her, die zur Sortierung von Rohstoffen genutzt werden – hauptsächlich sind es Lebensmittelsortierer- und SchälerMülltrennungsanlagen und Mineral- und Erzsortiergeräte. Unter Collection Solutions führt TOMRA neben seinen Leergutautomaten auch Anlagen, die die gesammelten Flaschen in ihre Bestandteile zerlegen und anschließend umweltfreundlich recyceln.

Werfen wir nun einen Blick auf die Zahlen des zuletzt veröffentlichten Quartals (Q3 2020). Die Umsatzerlöse betrugen in diesem Zeitraum 2.578 MNOK (Millionen Norwegische Kronen – entspricht etwa 278,5 Mio. Euro), was gegenüber dem Vorjahresquartal mit 2.378 MNOK einen ordentlichen Anstieg bedeutet. Tatsächlich musste das Segment Collection Solutions einen geringen Umsatzrückgang von einem Prozent hinnehmen, wohingegen Sorting Solutions um stolze 7 Prozent wachsen konnte. Ich denke, dass gerade coronabedingt einige Einzelhändler Investitionen pausieren oder zurückstecken mussten. Aufgrund geringerer Geschäftsausgaben stieg der Gewinn von 414 MNOK im Q3 2019 auf nun 501 MNOK, womit man wirklich zufrieden sein kann.

Im Folgenden möchte ich kurz erläutern, warum ich denke, dass TOMRA Systems gerade für Langfristanleger eine schöne Depotbeimischung darstellen kann. Die Welt versinkt im Plastikmüll und ich finde es sehr gut, dass immer mehr Regierungen und Organisationen beschließen etwas dagegen zu tun. Wir in Deutschland haben nun seit 2006 ein funktionierendes Pfandflaschensystem – schaut man in andere europäische Länder, ist das dort kaum der Fall. Glücklicherweise haben nun einige Länder beschlossen, entsprechende Regularien einzuführen, was dem Weltmarktführer von Pfandflaschenautomaten natürlich in die Karten spielen wird.

Auch mit seinen Sortierlösungen hat sich TOMRA optimal positioniert. Zwar ist man hier noch nicht der Marktführer, aber die Nachfrage zieht stetig an, was auch an der herausragenden Qualität der innovativen Maschinen liegt. Landwirte benötigen weniger Personal zum Aussortieren von schlechtem Obst oder Gemüse, Bergbauunternehmen können deutlich ressourcenschonender arbeiten und auch Mülltrennungsanlagen sind um ein Vielfaches effizienter. Ich habe keinen Zweifel daran, dass TOMRA in Zukunft auch in diesem Segment stark zulegen kann.

Wie steht es um die Dividende?
Seit dem Jahr 1993 erhalten Aktionäre von TOMRA Systems eine Gewinnbeteiligung in Form von Dividenden. Zwar ist es dem Maschinenbauer seitdem nicht immer gelungen, die Dividende jährlich zu steigern, die durchschnittliche Dividendensteigerungsrate in den letzten Jahren ist aber dennoch mehr als beachtlich. Stolze 27,8 Prozent steigerte man seine Dividende jährlich betrachtet auf den letzten 10 Jahren – schaut man sich nur die letzten 5 Jahre an, kommt man auf einen Wert von 33,1 Prozent. Die momentane Dividendenrendite liegt bei soliden 1,4 Prozent. Nur die Ausschüttungsquote ist momentan mit 111 Prozent deutlich zu hoch – das Management peilt hier einen Wert von 40-60 Prozent an, was ich für vernünftig halte.

Fazit:
Geht mit offenen Augen durch die Welt – an jeder Ecke oder in jedem Supermarkt können lukrative Investmentmöglichkeiten schlummern! TOMRA Systems betreibt ein nachhaltiges und dennoch sehr wachstumsstarkes und zukunftssicheres Geschäftsmodell, das Aktionäre noch lange glücklich machen kann.

Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
1.6 %
4 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
10 %
3 von 6
Ausschüttungsquote
85.2 %
2 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
17 Jahre
4 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
713.4 %
3 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
11.8 %
3 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
10.1 %
3 von 3
Verschuldungsgrad
23.5 %
2 von 3
Gesamtpunktzahl
=
24 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

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Benedikt Stafflinger

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Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
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Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

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