Microsoft

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Vom Verkehrssünder zum Multi-Milliardär

Liest du diesen Artikel hier auf deinem Handy oder sitzt du gerade vor deinem Computer? Während der Smartphone-Betriebssystem-Markt ganz klar von Android (Google) und iOS (Apple) dominiert wird, gibt es im Desktop-Bereich einen mit Abstand führenden Monopolisten – Windows (Microsoft). Zwar ist diese Zahl in der Tat rückläufig, dennoch nutzen aktuell 8 von 10 Rechnern das Betriebssystem von Bill Gates. Microsoft ist heute aber deutlich mehr als “nur” Windows. Das Cloud-Geschäft wächst momentan enorm und mit Künstlicher Intelligenz hat sich der Hightech-Konzern bestens für die Zukunft gewappnet.

Nach Platzen der Dotcom-Blase brauchte die Computer-Aktie sehr lange, um wieder anzusteigen. In dieser Zeit glaubten nur die Wenigsten an die Zukunft von Microsoft und die Aktie lief seitwärts. Es dauerte ganze 17 Jahre, das alte Allzeithoch vom Dezember 1999 zu überwinden. Seit 2013 läuft das Geschäft aber wieder wie am Schnürchen. Grund genug, uns heute mal mit dem Unternehmen etwas intensiver zu befassen.

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Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Microsoft Corp.:

Im Oktober 1955 wurde William „Bill“ Henry Gates III in Seattle geboren. Sein Vater war ein renommierter Rechtsanwalt und seine Mutter arbeitete als Lehrerin. Er wuchs in einer wohlhabenden Gegend auf und wurde schon recht früh zu einem ehrgeizigen Jungen erzogen. Seinen Kampfgeist trainierten seine Eltern mithilfe verschiedener Spiele. In der Schulzeit bemerkten die Lehrer schnell, dass Bill deutlich begabter war, als seine Mitschüler. Sein Intelligenzquotient wurde auf stolze 160 geschätzt. Als er die Lakeside School besuchte, fand man ihn meistens im Computerraum mit seinem neuen Freund Paul Allen. Damals waren Computer noch riesig und nicht für den Heimgebrauch geeignet. Bill war fasziniert von diesen Geräten und lernte alles über sein neues Hobby. Schnell lernte er das Programmieren und stellte sein erstes eigenes Software-Programm fertig: Tic-Tac-Toe. Im Alter von nur 14 Jahren gründete er zusammen mit Paul das Software-Unternehmen Traf-O-Data. Ihr erster Auftrag war ein System zur Messung von Verkehrsströmen, das auf einem Intel-Chip programmiert wurde und 20.000 $ einbrachte. Kurze Zeit darauf folgte eine Stundenplan-Software, die ihren Lehrern viel Zeit und Nerven sparte.

Im Jahr 1973 zog Bill an die Ostküste nach Boston, um an der Harvard University Rechtswissenschaften zu studieren. Seine Eltern glaubten nicht an dieses neuartige Computer-Zeug und wollten, dass er in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Er hingegen erkannte die unzähligen Möglichkeiten, die sich mit Computern in nächster Zeit ergaben. Im Dezember 1974 brachte der Hersteller MITS den Altair 8800, den ersten Heimcomputer, auf den Markt. Allerdings wurden die Geräte ohne Betriebssystem geliefert. Bill und Paul erkannten ihre Chance und entwickelten innerhalb weniger Wochen ein nutzbares System und reichten es beim Hersteller ein. Einige Monate später gründeten sie das Unternehmen Microsoft Corporation (Abkürzung von: Microcomputer Software). Hierfür brach Bill sein Studium ab und zog mit Paul nach Albuquerque, New Mexico. Das Bild oben zeigt übrigens den 22-jährigen Bill, nachdem er wegen Verkehrsraserei festgenommen wurde. Er meinte, dass er beim Autofahren leichter abschalten konnte. Im selben Jahr der Festnahme, also 1977, brachten Texas InstrumentsApple Computers, Commodore und Radio Shack eigene Heimcomputer mit dem Betriebssystem Mircosoft Basic auf den Markt. Während sie 1978 ihr erstes Verkaufsbüro in Japan eröffneten, überschritt der Jahresumsatz der Firma zum ersten Mal die Millionengrenze. Ein Jahr später läuft das Betriebssystem bereits auf 200.000 Rechnern und der Umsatz wurde verdoppelt. Neben einem Großauftrag von IBM arbeitete das Team auch am neuen System Windows 1.0. Später folgten erste Hardware-Produkte, wie eine Computer-Maus. Das Geschäft wuchs rapide und stets überraschte der Konzern mit neuen Innovationen.

Heute gehört Microsoft unumstritten zu den Global-Playern im PC-Business. Das Geschäft lässt sich hauptsächlich in 3 Segmenten aufteilen: Privatanwender (Windows, Xbox, Bing, Surface-Rechner), Produktivität (Office-Programme, LinkedIn, Skype, GitHub) und das Cloud-/Servergeschäft (Azure, OneDrive, SQL-Server). Man ist also breit aufgestellt, um auch schlechtere Marktphasen leichter wegzustecken. Der Jahresumsatz beläuft sich für 2019 auf rund 126 Milliarden US-Dollar.

Der Microsoft Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 29. November 2022
Symbol:
MSFT
WKN:
870747
ISIN:
US5949181045
Land:
USA
Marktkapitalisierung:
1744.2 Mrd. €
Dividendenrendite:
1.1%
Zahlungsintervall:
quartalsweise
Erste Dividende:
2003

Aussichten

Wie wird das Geschäft zukünftig weiterlaufen?
Eins kann man mit Gewissheit sagen: Bei Microsoft wird es erstmal nicht langweilig. Ich denke, wir stecken immer noch in den Kinderschuhen, was Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Cloudlösungen und Computer im Allgemeinen angeht. Alleine wie schnell momentan das Cloudgeschäft wächst, lässt Aktionärsherze höher schlagen. Der Gesamtgewinn, des im September abgeschlossenem Geschäftsquartal, kletterte um 21 Prozent auf 10,7 Mrd. Dollar. Alleine die Erlöse der Cloud-Dienste wuchsen um stolze 30 Prozent. Zuletzt konnte man hier einen Riesenauftrag des Pentagons an Land ziehen. Man solle die komplette IT-Landschaft des US-Verteidigungsministeriums grunderneuern und modernisieren.

Im Oktober starteten die Verkäufe der neuen Surface-Modelle. Im Laufe der nächsten Woche (19.11.2019) soll zudem das Surface Pro X auf den Markt kommen. Auch hier läuft das Geschäft bestens: zuletzt konnte man die Gewinne um 26 Prozent steigern. In dieser Statistik (hier klicken) sieht man die langfristig steigenden Umsätze mit Microsofts Suface-Tablets. Die neuen Verkaufszahlen sind hierbei noch nicht mitberücksichtigt. Nach und nach wird das Unternehmen den Support für alte Windows 7 Rechner einstellen, sodass diese über kurz oder lang auf das neuere Windows 10 upgraden. Gerade bei so einer Umstellung kann es sich lohnen, sich ein neueres Gerät anzuschaffen.

Bei Microsofts Office-Programmen geht der Konzern aktuell dazu über, ein Abomodell anzubieten. Für den Konzern sind das laufende und vor allem besser planbare Umsätze. Viel Geld verdient man hier hauptsächlich mit Geschäftskunden – Outlook, Word, Excel und Powerpoint sind einfach nicht aus dem Büroalltag wegzudenken.

Nennenswert ist außerdem Microsofts Vorhaben, wieder in das Smartphone-Geschäft einzusteigen. Als man 2013 die Handysparte von Nokia übernahm, war man noch voller Euphorie. Allerdings stellte sich genau diese Übernahme leider als Pleite heraus. Aufgeben ist für den Konzern allerdings keine Option, daher arbeitet man aktuell am klappbarem Doppel-Display Smartphone Surface Duo. Es soll Ende 2020 auf den Markt kommen.

Und wie läuft’s mit der Dividende?
Ähnlich wie Amgen letzte Woche, brauchte auch Microsoft erst mal eine gewisse Zeit, um seine Geschäfte zu stabilisieren, bevor man eine Dividende ausschüttet. Seit 2003 können sich die Investoren aber über eine Gewinnbeteiligung freuen. Seitdem wird sie auch Jahr für Jahr gesteigert. Die Dividendensteigerungsrate der letzten 10 Jahre beträgt durchschnittlich ordentliche 14,6%. Da erscheint die Dividendenrendite von aktuell 1,2% gar nicht mal so schlecht. Der Hightech-Konzern hat zudem einem Aktienrückkaufprogramm zugestimmt, was den Kurs sicher weiter beflügeln dürfte.

Fazit:
Wow, was für ein Unternehmen. Ich muss zugeben, dass ich (abgesehen von der Arbeit) fast ausschließlich Apple Produkte benutze – glücklicherweise habe ich sie auch im Depot. Microsoft ist ebenso ein wirklich top solides Unternehmen und gerade vom Gründer Bill Gates bin ich total fasziniert. An der Stelle möchte ich noch kurz die Dokureihe Inside Bill’s Brain empfehlen.

Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
1.1 %
3 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
10.7 %
4 von 6
Ausschüttungsquote
27.4 %
6 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
19 Jahre
4 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
797.1 %
3 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
26.4 %
3 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
16.9 %
3 von 3
Verschuldungsgrad
21.4 %
2 von 3
Gesamtpunktzahl
=
28 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

Weitere interessante Unternehmen:

Benedikt Stafflinger

Benedikt Stafflinger

Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
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Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

Wie ist deine Meinung zu Microsoft?

2 Antworten

  1. Ich nutze zwar Privat und für Videoschnitt auch nur Apple Produkte, habe aber sowohl Apple als auch Microsoft im Depot. Bin auch froh darüber und denke die Entwicklung wird weiterhin positiv sein.
    LG Sara die Kleingeld Pilotin

    1. Hallo Sara,
      jap. Ich bereue es, dass ich nicht früher auf die Top-Aktie von Microsoft aufmerksam wurde…
      Egal, bei der nächsten Gelegenheit steige ich ein 🙂
      Liebe Grüße
      Benedikt

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