adidas

adidas

Ein wenig Sport kann nicht schaden

Gerade als Privatinvestoren versuchen wir stets unser Geld in wachstumsstarke und ertragreiche Unternehmen zu investieren. Sucht man hier eine neue Anlagemöglichkeit, so kommt man kaum an der Sportbranche vorbei. Seit einigen Jahrzehnten verdienen sich die großen Sportartikelhersteller eine goldene Nase, da sie vom Trend zu mehr sportlicher Aktivität profitieren. Und die Zeiten, in denen nur Hochleistungs-Athleten Sportschuhe und Trainingsanzug trugen, sind schon lange vergangen. Überall im Alltag werden bequeme Laufschuhe getragen und selbst der Modedesigner Karl Lagerfeld, der einst sagte: “Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren!” brachte unter seinem eigenen Label eine Jogginghose auf den Markt. Was ich damit sagen möchte: Sportartikel sind längst salonfähig.

Nike ist weiterhin die Nummer 1 unter den Sportartikelherstellern. Doch gerade bei deutschen Kunden genießt adidas eine stärkere Beliebtheit, als sein amerikanischer Konkurrent. Wie sehe ich die Entwicklung in Zukunft und lohnt sich auch hier ein Investment?

Melde dich für unseren kostenlosen Newsletter an:

Die Entstehung und das Geschäftsmodell der adidas AG:

Adolf Dassler wurde am 3. November 1900 in Herzogenaurach (Mittelfranken) geboren. Sein Vater Christoph war bereits Schuhmacher und besaß eine eigene Werkstatt. Adi, wie man ihn gerne nannte, entschied sich aber anfangs für eine Bäckerlehre. Nachdem er aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt war, erinnerte sich Adi wieder an seinen alten Traum Sportschuhe für die besten Athleten der Welt anzufertigen. Gemeinsam mit seinem Bruder Rudolf gründete er deshalb die Gebrüder Dassler Schuhfabrik in der väterlichen Werkstatt. Da Adi eher der introvertierte Tüftler und Rudolf der extrovertierte Geschäftsmann war, kam es bereits in dieser Zeit zu häufigeren Differenzen. Nichtsdestotrotz fertigten die beiden sehr gute Sportschuhe, die bereits im Jahr 1928 bei den Olympischen Spielen in Amsterdam für Goldmedaillen sorgten.

Ab 1933 waren beide Brüder Mitglieder der NSDAP. Das schützte sie jedoch nicht davor, im Krieg zu dienen. Adi wurde glücklicherweise nach einem Jahr wieder in sein Unternehmen zurückgeschickt. Rudolf hatte nicht so viel Glück und musste im Januar 1945 vor der Roten Armee fliehen. Als er von der Gestapo geschnappt wurde, wollte man ihn ins KZ Dachau bringen. Auf dem Transport wurde er von amerikanischen Soldaten zunächst befreit – dann aber in deren Gefangenschaft genommen. Im Verhör wurde ihm mitgeteilt, dass er aus seinem näheren Umfeld denunziert wurde. Rudolf verdächtigte sofort Adi und seine Frau Käthe, da sie ihn bestimmt aus dem gemeinsamen Unternehmen drängen wollten. Rudolf denunzierte daraufhin Adi – weil die Amerikaner sich nicht entscheiden konnten, wer lügt und wer nicht, gab man die Ermittlungen letztendlich auf. Von diesem Vertrauensbruch und dem darauffolgenden Streit erholten sich die Brüder nie und trennten sowohl privat als auch geschäftlich ihre Wege. Rudolf gründete die Puma Rudolf Dassler Schuhfabrik und Adi daraufhin die “Adi Dassler adidas Sportschuhfabrik”.

Der richtige Durchbruch gelang adidas im Jahr 1954, als Deutschland im “Wunder von Bern” Fußballweltmeister wurde – und das natürlich in den beliebten Stollenschuhen mit den 3 Streifen. Über die Jahre hinweg erweiterte man seine Geschäftsfelder, so kam zum Beispiel 1967 der erste adidas Trainingsanzug auf den Markt. Das Unternehmen blieb auch nach Adi’s Tod im Jahr 1978 weiterhin in Familienhand. Doch als auch Horst Dassler, Adolfs Sohn, 1987 plötzlich verstarb, geriet adidas zunehmend in wirtschaftliche Schieflage. 1989 verlor man die Weltmarktführerschaft an Nike und man musste im gleichen Geschäftsjahr ganze 130 Millionen D-Mark Verlust verzeichnen. Das Unternehmen wurde schließlich verkauft und gelangte über mehrere Investoren in die Hände des französischen Unternehmers Robert Louis-Dreyfus. Er wandelte adidas in eine Aktiengesellschaft um und brachte sie 1995 an die Börse. Seitdem geht es für den Sportartikelhersteller wieder bergauf. 2006 wurde die Übernahme von Reebok abgeschlossen und auch in allen anderen Bereichen steht adidas heute sehr stabil auf dem Weltmarkt. Neben verschiedenen Modedesignern arbeitet man auch mit weltbekannten Stars zusammen, um eigene Kollektionen zu veröffentlichen. Y-3 und YEEZY, um nur 2 zu nennen. Mit seinen vielen Sportsegmenten und Modebereichen ist man gut für eine Krise gewappnet.

Der adidas Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 29. November 2022
Symbol:
ADS.F
WKN:
A1EWWW
ISIN:
DE000A1EWWW0
Land:
Deutschland
Marktkapitalisierung:
22.2 Mrd. €
Dividendenrendite:
2.7%
Zahlungsintervall:
jährlich
Erste Dividende:
1996

Aussichten

Was dürfen wir in Zukunft von adidas erwarten?
Außer Frage steht sicherlich, dass adidas eine sehr starke Marke aufgebaut hat. Und das führt natürlich unweigerlich zu einem starken Burggraben. Kein Wunder also, dass man mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von aktuell 5 bis 8% pro Jahr rechnet. Allerdings muss man auch zugeben, dass momentan der Umsatz in Europa ein wenig stagniert. Im Vergleich zum Vorjahr stieg man zuletzt nur um 3%. Wohingegen in Nordamerika 16%, in Lateinamerika 19% und in Russland sogar 20% Umsatzsteigerung realisiert werden konnte. Auch wenn insgesamt gesehen in Europa noch der größte Umsatz, mit 1,69 Mrd. € im 3. Quartal 2019, erwirtschaftet wurde, sehe ich es sehr positiv, wenn die anderen Regionen stärker anziehen. Das entlastet die Abhängigkeit von einzelnen Wirtschaftszonen.

Ebenso interessant finde ich die Umsatzaufteilung der verschiedenen Geschäftssegmente. So verdient adidas aktuell rund 55% mit Schuhen, knapp 41% mit Bekleidung und nur etwas mehr als 4% mit Zubehörartikeln. Diese Aufteilung wundert mich auch nicht, schließlich sind Sport- und Modeschuhe das Kerngeschäft von adidas seit jeher. Vor allem auch Kooperationen wie beispielsweise mit dem Rapper Kanye West und den YEEZY-Schuhen laufen extrem erfolgreich. Die Designer von adidas treffen also mal wieder genau den Nerv der Zeit.

Auch in Sachen Digitalisierung wird adidas in Zukunft weiter Vollgas geben. Gerade was E-Commerce angeht, wird man sein Geschäft sicher weiter ausbauen. Aber auch Themen wie 3D-Druck werden nicht zu kurz kommen. So entwickelte man kürzlich den Alphaedge 4D, einen Laufschuh frisch aus dem 3D-Drucker. In Zukunft möchte adidas genau diese Technologie auch bei Sportfachgeschäften anwenden, um Kunden den perfekt passgenauen Schuh zu bieten. Irgendwann wird es möglich sein, einen personalisierten Schuh innerhalb nur weniger Minuten zu bekommen. Des Weiteren möchte man auch etwas für die Nachhaltigkeit tun und entwickelte daher einen Schuh aus 100% recyceltem Plastikabfall.

Und wie wird es mit der Dividende weitergehen?
Seit dem Jahr 1995, also seitdem man an der Börse gelistet ist, erhalten Aktionäre eine Gewinnbeteiligung in Form von Dividenden. Allerdings wurde diese Dividende in der Vergangenheit nicht immer gesteigert. So kam es bei den Finanzkrisen in den Jahren 2001 und 2010 jeweils zu Dividendenkürzungen. Die aktuelle Dividendenrendite beträgt rund 1,2 Prozent – hinzukommt die Dividendensteigerung, die betrachtet auf die letzten 10 Jahre bei circa 22,2 Prozent liegt. Und das bei einer Ausschüttungsquote von etwas mehr 36 Prozent. Pflegt das Unternehmen in Zukunft eine stabilere Dividendenpolitik, so kann man hier als Investor langfristig von einem schönen Zinseszins profitieren.

Fazit:
Bei adidas handelt es sich um einen super aufgestellten Sportartikelausstatter. Mit seinem breiten und vielfältigen Angebot kann man auch eine wirtschaftliche Schwächephase aussitzen. Wer bei seiner Aktienauswahl aber stets zu den Weltmarktführern der jeweiligen Branche greifen möchte, der wird hier mit Nike wohl besser aufgehoben sein – wer hingegen mal einen deutschen Wert in seinem Depot haben möchte, der sollte sich adidas definitiv noch mal etwas genauer anschauen.

Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
2.7 %
6 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
11.1 %
4 von 6
Ausschüttungsquote
46.6 %
5 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
0 Jahre
0 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
81.2 %
2 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
1.4 %
0 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
1.2 %
0 von 3
Verschuldungsgrad
27.3 %
1 von 3
Gesamtpunktzahl
=
18 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

Weitere interessante Unternehmen:

Benedikt Stafflinger

Benedikt Stafflinger

Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
Benedikt Stafflinger

Benedikt Stafflinger

Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...

Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

Wie ist deine Meinung zu adidas?

6 Antworten

    1. Hallo Finanzzauber,
      ja definitiv. adidas ist echt ein super Unternehmen 🙂
      Dir und deiner Familie ein frohes Weihnachtsfest.
      Liebe Grüße
      Benedikt

  1. Hallo Benedikt
    Wie ist deine Meinung bzgl der aktuellen Krisensituation?
    Lohnt es sich jetzt zu investieren?
    In welche Werte sollte ich als Anfänger investieren?

    Oder ist vielleicht doch eher Vorsicht geboten?

    1. Hallo Sebastian,
      blind in irgendwelche Aktien investieren ist NIE sinnvoll. Ein gewisses Maß an Vorsicht ist also immer geboten.
      Ich denke, dass die Krise noch nicht vorbei ist und sicher das ein oder andere Unternehmen massiv darunter leiden wird.
      Aus dem Grund ist jetzt nicht die Zeit für wilde Spekulationen.
      Jetzt muss man in starke und gesunde Unternehmen investieren, die die Krise überleben werden.
      Ich bin sicher, dass du hier auf meiner Webseite einige davon findest.
      Schnell erkennt man das auch am Aktienchart.
      Einfach mal den gesunden Menschenverstand benutzen 😉
      Liebe Grüße
      Benedikt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert