Sysco

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Dividendenkönig im SALE

Die Lage an den globalen Finanzmärkten fängt wieder an, sich zu beruhigen. Der S&P 500 konnte alleine in der letzten Woche rund 12 Prozent nach oben klettern. Der Volatilitätsindex VIX ging auch wieder deutlich zurück und selbst am Fear & Greed Index kann man ablesen, dass die Panik vorüber ist. Aber war es das schon? Ehrlich gesagt, ich bin mir da nicht sicher. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass es das noch nicht war. Bald kommen die ersten Quartalszahlen und es bleibt spannend, wie die Anleger darauf reagieren werden. Wurde schon alles im Aktienkurs eingepreist oder doch nicht? Zweifelsohne bleibt es eine spannende Zeit.

Investoren mit kurzem Anlagehorizont würde ich empfehlen, momentan noch zu warten. Anlegern, die ihr Geld hingegen langfristig investieren können, bieten sich nach wie vor tolle Einstiegsmöglichkeiten. Aus diesem Grund möchte ich heute einen der weltweit größten Lebensmittellieferanten vorstellen: Sysco Corporation. Die Aktie gibts gerade mit einem attraktiven Rabatt zu kaufen.

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Die Entstehung und das Geschäftsmodell der Sysco Corp.:

Am 29. Februar 1916 wurde John F. Baugh in der Nähe von Waco, Texas geboren. Seine Eltern betrieben eine Ranch, auf der John natürlich auch mithelfen musste. Er wuchs in der Zeit einer wirtschaftlichen Depression auf, in der das Geld immer knapp war. So musste er bereits mit 13 Jahren, neben der Schule, in einem örtlichen A&P-Lebensmittelgeschäft, als Lagerist arbeiten. Seine Aufgaben bestanden aus Kisten schleppen, Regale auffüllen sowie aus Fensterputzen und Boden fegen. Doch das störte ihn keineswegs – ihm machte die Arbeit regelrecht Spaß. Der ehrgeizige Junge arbeitete sich Stufe für Stufe nach oben, bis er schließlich Geschäftsleiter der Filiale wurde. Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs, genauer gesagt im Jahr 1946, fasste er schließlich den Entschluss, sich gemeinsam mit seiner Frau Eula Mae selbstständig zu machen. Gemeinsam gründeten sie das Unternehmen Zero Foods Company of Houston und begannen mit dem Verkauf und Vertrieb von gefrorenen Pfirsichen und Erdbeeren an Bäckereien, Cafeterien und Krankenhäuser.

John kümmerte sich damals um die Lieferungen und seine Frau verwaltete die Bücher. Nach und nach bauten die beiden ihr Produktsortiment aus und konnten so auch ihren Kundenstamm stetig erweitern. So belieferten sie schon bald Restaurants, Hotels, Schulen, Fast-Food-Ketten und Lebensmittelläden mit ihrer Tiefkühlkost. Die Geschäfte liefen blenden, man konnte weiteres Personal einstellen und neue Lagerhäuser bauen. Doch John war noch nicht zufrieden – er hatte größere Pläne. Er erkannte ein Problem, das er lösen wollte: Frauen, die im Zweiten Weltkrieg in die Arbeitswelt eintreten mussten, arbeiteten auch nach Kriegsende weiter. Sie hatten somit weniger Zeit zum Kochen und waren immer öfter darauf angewiesen, ihren Familien fertig zubereitete Speisen zu servieren. Außerdem las er eine Branchenstudie, die besagte, dass bis zum Jahr 2000 die Hälfte aller Mahlzeiten außer Haus verzehrt werden würden. Baugh war überzeugt davon, dass es einen landesweiten Lebensmittellieferanten geben musste, der sich um all diese Themen kümmern würde. Doch ihm war auch bewusst, dass er dieses Vorhaben nicht allein umsetzen konnte. So überzeugte Baugh im Jahr 1969 die Besitzer von 8 weiteren kleinen Lebensmittelverteilern, ihre Unternehmen zusammenzulegen und eine nationale Food-Service-Vertriebsorganisation zu gründen. Die SYSCO Corporation war geboren. Der Name ist ein Akronym für “Systems & Services Company”.

Im Gründungsjahr erwirtschaftete man bereits einen Gesamtumsatz von 115 Millionen US-Dollar. Ein Jahr später ging Sysco an die Börse und kündigte zeitgleich ihre erste Akquisition an: Arrow Food Distributor. Dieses Unternehmen war das erste einer Reihe von vielen weiteren geografisch sorgfältig ausgewählter Vertriebsunternehmen, die Sysco aufkaufen konnte. Baugh konnte sein Ziel verwirklichen, Kunden im ganzen Land einen einheitlichen und hervorragenden Service zu bieten. Während der 1970er-Jahre musste man viel Geld investieren, um neue Lagerhäuser zu bauen und um eine ganze Flotte an Multi-Temperatur-Kühlwagen zu kaufen. Ohne diese Investitionen wäre man vermutlich der raschen Expansion nicht gerecht geworden. Natürlich zahlten sich diese und viele weitere Investitionen schnell aus und man konnte weiterwachsen. Selbst heute noch wächst Sysco sowohl durch Geschäftsfelderweiterungen als auch durch lukrative Akquisen. 2015 befürchtete das Kartellamt durch die geplante Fusion mit US Foods eine Monopolstellung und untersagte diese letztendlich. Kein Grund für Sysco, auf die Bremse zu treten: Fortan kauft man einfach in Europa zu. So beispielsweise beim britischen Lieferspezialisten Brakes, der unter anderem auch in Frankreich, Schweden, Spanien und Belgien vertreten ist. Sysco betreibt somit ein langweiliges, aber wachstumsstarkes Geschäftsmodell.

Der Sysco Aktienchart

Zahlen | Daten | Fakten

zuletzt aktualisiert am: 11. Oktober 2022
Symbol:
SYY
WKN:
859121
ISIN:
US8718291078
Land:
USA
Marktkapitalisierung:
38.2 Mrd. €
Dividendenrendite:
2.6%
Zahlungsintervall:
quartalsweise
Erste Dividende:
1970

Aussichten

Wie wird es bei Sysco zukünftig weitergehen?
Auch, wenn der Aktienkurs momentan ganz schön abgestraft aussieht, so bin ich dennoch optimistisch, was die Zukunft von Sysco angeht. Der wahre “Lieferheld” ist extrem breit aufgestellt: 69.000 Mitarbeiter in 330 Verteilerzentren versorgen ihre mehr als 650.000 Kunden mithilfe ihrer 14.000 LKWs mit Lebensmitteln, verschiedenen Dienstleistungen und Gastronomieausstattungen. Das sind Zahlen, die tatsächlich beeindruckend sind – kein Wunder also, dass Sysco Marktführer seiner Branche ist. Ein zentraler Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten ist der Preis. Sysco hat jahrzehntelang daran gearbeitet, sein Verteilernetzwerk zu optimieren. Die Lieferflotte kann bestmöglich ausgenutzt werden – es gibt kaum unnötige und teure Leerfahrten. Davon können kleinere Lieferanten nur träumen.

Wie schon in der Vergangenheit wird Sysco auch zukünftig wachsen, indem man sich geeignete Übernahmekandidaten heraussucht und anschließend in das eigene Logistik- und Vertriebsnetzwerk integriert. So übernahm Sysco kürzlich J & M Wholesale Meats und Imperio Foods. Beide Firmen konzentrierten sich auf hispanische Lebensmittel. Ein durchaus kluger Schritt, wenn man bedenkt, wie viele Amerikaner hispanische Wurzeln haben. Schätzungen zufolge sollen bis 2050 rund 130 Millionen Latinos in den USA leben, was einer Verdopplung zu heute bedeuten würde. Zuletzt kam noch J. Kings Food Service in den Einkaufswagen von Sysco, der nun das Vertriebsnetz im Raum New York verstärken soll.

Aber nicht nur in den USA möchte man weiterwachsen, sondern auch in Europa und ganz speziell auch in Deutschland. Das würde ins Schema passen, schließlich essen immer mehr Deutsche auswärts und viele kochen fast gar nicht mehr selbst. Und je weniger Menschen selber kochen, umso mehr Essen müssen in Restaurants, Kitas, Schulen, Kantinen und Pflegeheimen bereitgestellt werden. Vor kurzem gab es Gespräche zwischen Sysco und der Metro-Gruppe. Allerdings liegt bis heute noch kein Übernahmeangebot vor – mal schauen, was uns hier noch in Zukunft erwartet …

Na gut, aber warum dann der Aktieneinbruch?
Das volle Ausmaß des Crashs kann ich im langfristigen Chart oben gar nicht richtig darstellen. Am 18. März 2020 markierte man den Tiefpunkt bei unter 26$! Hätte man einige Wochen vorher am Höchstpunkt gekauft, wären das 70 Prozent Minus. Das nenne ich mal Panik – denn ganz ehrlich: gegessen wird immer und Sysco steht super da! In meinen Augen war dieser Kursrutsch mehr als übertrieben. Natürlich leidet Sysco unter der Coronakrise. Viele Kunden mussten ihre Geschäfte einstellen. Restaurants, Universitäten, Kitas und Schulen haben geschlossen und Ausgangsbeschränkungen sorgen auch nicht gerade für Umsätze. Logisch also, dass Sysco einen Umsatzrückgang zu verzeichnen hat. Aber das ist nicht von Dauer. Die Einrichtungen werden wieder öffnen und Menschen werden dort wieder essen. Das haben auch Anleger schnell begriffen, weshalb die Aktie betrachtet vom Tief bis heute wieder 90% zulegen konnte. Wäre man da nur frühzeitig eingestiegen … Aber vielleicht werden die Tiefs ja noch mal angetestet, wer weiß das schon :-)

Kann die Dividende weiterhin gezahlt und gesteigert werden?
Eine Garantie gibt es zwar nie, aber Sysco hat schon öfter bewiesen, dass man gut mit Krisen umgehen kann. Der Dividendenkönig schüttet bereits seit seinem Börsengang im Jahr 1970 eine Dividende an seine Anteilseigner aus. Seitdem wurde sie auch stets jährlich gesteigert. Die Dividendensteigerungsrate der letzten 10 Jahren liegt zwar “nur” bei 5,8% – der letzten 5 Jahren aber immerhin schon bei 8,1%. Derzeit kann man sich eine Dividendenrendite von 3,4% sichern. Auch die Ausschüttungsquote ist mit 48% noch im grünen Bereich. Es bleibt genug Geld im Unternehmen, um noch weiterzuwachsen.

Fazit:
Der Lebensmittellieferant Sysco hat sich über die Jahre hinweg bestens entwickelt – vom kleinen Pfirsichlieferanten zum All-In-One-Partner der Lebensmittel- und Gastronomiebranche. Mit seinem optimierten Vertriebsnetzwerk kann man günstige Preise und dennoch eine hohe Qualität liefern. Auch im Hinblick auf Dividende beweist man Qualität und Wachstumswillen. Rendite Hungrige Investoren sind hier gut aufgehoben.

zuletzt aktualisiert am: 11. Oktober 2022
Berechnungskriterium
Wert
Punktzahl
Dividendenrendite
2.6 %
6 von 6
Dividendensteigerungsrate (letzte 5 Jahre)
8.1 %
3 von 6
Ausschüttungsquote
72.7 %
3 von 6
Zahlung & Steigerung der Dividende
52 Jahre
6 von 6
Kurszuwachs (letzte 10 Jahre)
133.4 %
3 von 3
Gewinnentwicklung (letzte 5 Jahre)
4.7 %
1 von 3
Umsatzentwicklung (letzte 5 Jahre)
4.2 %
1 von 3
Verschuldungsgrad
35.3 %
1 von 3
Gesamtpunktzahl
=
24 von 36

Der Hintergrund

Als ich im Jahr 2018 DividendeOhneEnde startete, suchte ich nach einem Weg schnell und einfach ein Bewertungssystem in meinen Unternehmensvorstellungen zu integrieren. Entstanden ist eine Herzchen-Skala, die abgesehen von einigen Kennzahlen hauptsächlich auf meinem Bauchgefühl beruhte.

Das Problem

Ohne Frage, das eigene Bauchgefühl kann täuschen. Aber auch die Vergleichbarkeit zwischen den Aktien hat unter dem alten Bewertungssystem gelitten. Zu guter Letzt war meine alte Herzchen-Skala eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt des Artikelschreibens.

Die Lösung

Ich habe mir intensiv Gedanken gemacht und lange nach einer Lösung gesucht. Mit meinem heutigen datenbasiertem Berechnungssystem kann ich fortlaufend alle meine Aktien im Blick behalten. Dies macht den DividendeOhneEnde-Score vergleichbar, zumal die Daten regelmäßig aktualisiert werden.

Weitere interessante Unternehmen:

Benedikt Stafflinger

Benedikt Stafflinger

Hi, ich bin Benedikt. Als Privatinvestor bin ich oft auf der Suche nach interessanten und lukrativen Dividendenaktien. Wenn ich eine Firma gefunden habe, schaue ich mir gerne das Geschäftsmodell und die Zukunftsperspektiven an. Da ich diese Infos nicht für mich behalten will, habe ich DividendeOhneEnde ins Leben gerufen - die Plattform für solide und wachstumsstarke Dividendenwerte. Hier kannst du noch etwas mehr über mich erfahren ...
Benedikt Stafflinger

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Der Depotplaner inkl. Depot-Tracker

Sehr gut, ein weiteres Unternehmen kennst du nun. Allerdings ist es keine gute Idee, blind alle meine vorgestellten Aktien nachzukaufen. Wie würde ich also ein vernünftiges Dividenden-Depot zusammenstellen? Welche verschiedenen Handelsansätze kann man verfolgen? Und ganz wichtig, wie kann man seine eigene Depotperformance tracken?

Zu diesem Theme machte ich mir sehr viele Gedanken und habe lange daran getüftelt. Stolz darf ich meinen Depotplaner mit 5 verschiedene Musterdepots präsentieren. Insgesamt werden 60 Aktien vorgestellt, die langfristig sowohl im Kurs, als auch in der Dividende steigen. Abgesehen davon gebe ich mit meinem Depot-Tracker ein geniales Tool mit an die Hand, um die eigene Performance noch besser im Auge zu behalten.

Wie ist deine Meinung zu Sysco?

2 Antworten

  1. Hallo Benedikt !

    Deinen Artikel über SYSCO finde ich super da er viele Informationen über diese Firma enthält. Diesen Konzern kennt in Deutschland kaum einer. Auch die meisten Banker haben davon keine Ahnung. Ich habe zum Kurs von 32 €uro gekauft und denke über weitere Käufe nach. Wie kann ich mit dir in Kontakt treten ?

    Mit freundlichen Grüßen

    Karl Hahn

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