In Markenprodukte investieren

 

Was sind Konsumaktien?

 

Konsumaktien sind die Aktien von Gesellschaften, die Waren für den täglichen Bedarf produzieren. Bei den Aktiengesellschaften handelt es sich um Firmen, die Lebensmittel, Pflegeprodukte, Möbel, Reisen, Brillen oder Spielzeug herstellen. Jeden Tag verkaufen die Hersteller Millionen von Produkten an Verbraucher aus aller Welt. Zahlreiche Gegenstände des täglichen Bedarfs werden regelmäßig von den Verbrauchern gekauft, wobei viele Käufer Wert darauf legen, hochwertige Markenprodukte zu erwerben. Daher gehören die Aktien von Produzenten wie Nestlé, Procter & Gamble, Danone, Coca-Cola, McDonald's, Mattel, Unilever oder L'Oréal zu den bekanntesten internationalen Vertretern dieser Wertpapiergattung. In Deutschland zählen die Wertpapiere des Augenoptikers Fielmann mit Sitz in Hamburg, des Berliner Onlinehändlers Zalando und der Zooplus AG aus München zu den bekanntesten Konsumaktien.

Die Produkte der Gesellschaften, die Konsumaktien emittieren, sind in jedem Supermarkt erhältlich. Um herauszufinden, welcher Hersteller hinter welchem Produkt steht, lohnt sich ein Blick auf das Kleingedruckte der Verpackung. So erfahren die Käufer, dass einige No-Name-Produkte von bekannten Markenherstellern stammen. Renommierte Unternehmen produzieren spezielle Produktlinien für Discounter und Lebensmittelketten, damit den Verbrauchern neben der Markenware eine günstige Alternative angeboten werden kann. Die Verkaufszahlen der preiswerten Produkte steigern zusätzlich den Umsatz der Markenhersteller und sorgen für steigende Kurse der Konsumaktien und für regelmäßige Dividendenzahlungen.


 

Warum Konsumaktien profitabel sind

 

Nur wenige Verbraucher sind Selbstversorger, die eigenes Obst und Gemüse anbauen oder Tiere halten, die zum Verzehr gedacht sind. Gleichzeitig ist Deutschland die Industrienation mit den niedrigsten Lebensmittelpreisen weltweit. Daher weisen Lebensmittelmärkte und Discounter schon seit vielen Jahren stabile Umsatzzahlen auf, die sich positiv auf die Aktienkurse und die Dividendenrendite der Produzenten auswirken. Wenn ein Unternehmen außerdem erfolgreich darin ist, seine Waren zu Markenprodukten zu machen, sind die Verbraucher bereit, einen höheren Preis für den Einkauf zu zahlen. Auch neu eingeführte Angebote verkaufen sich von Anfang an gut, wenn die Käufer den Hersteller kennen und ihm wegen der Qualität und des Nutzens seiner Produkte vertrauen.

Da die angebotenen Waren den täglichen Bedarf der Verbraucher decken, ist ein regelmäßiger Konsum sicher und die Anbieter können stabile Umsatzzahlen vermelden. Vor allem in Staaten mit einer guten Wirtschaftslage sind die Käufer bereit, auch höhere Summen für Luxusartikel auszugeben, um gut zu essen, hochwertige Kleidung zu tragen, teure Möbel und andere Einrichtungsgegenstände zu kaufen oder einen Urlaub der gehobenen Preisklasse zu buchen. Die Einkäufe der Verbraucher sorgen für steigende Aktienkurse und für stetige Dividendenausschüttungen, sodass einige Konsumaktien gleichzeitig zu den High Yield Aktien gehören.


 

Vorteile und Nachteile von Konsumaktien

 

Die Vorteile für die Halter von Konsumaktien liegen darin, dass die Verbraucher ständig Waren für den täglichen Bedarf einkaufen müssen. Daher schwanken die Kurse von Konsumaktien weniger als die Aktienkurse von Unternehmen, die in anderen Branchen tätig sind. Auch die Jahreszeit, politische Entscheidungen oder andere äußere Gegebenheiten haben einen geringen Einfluss auf den Kursverlauf von Konsumaktien. Vor allem Produzenten, die sich ausschließlich auf Lebensmittel konzentrieren, können einen stabilen Aktienkurs und regelmäßige Dividendenzahlungen nachweisen. Bei Mischkonzernen hingegen kann ein Rückgang in einem Geschäftsbereich zu einem sinkenden Kurs der Konsumaktien führen, auch wenn andere Tätigkeitsfelder weiterhin erfolgreich laufen.

Eine Geldanlage in Konsumaktien ist eine langfristige Investition und für eine schnelle Gewinnmitnahme nicht geeignet. Trotzdem müssen die Anleger den Markt genau beobachten und bei großen Kursschwankungen über einen Verkauf der Konsumaktien nachdenken. Das gilt vor allem für die Aktien von Unternehmen, die Waren produzieren und vertreiben, die über das klassische Angebot von Supermärkten hinausgehen. Zu diesen Firmen zählen zum Beispiel der amerikanische Einzelhändler Wal-Mart oder der französische Einzelhandelskonzern Carrefour. Diese beiden Firmen verzeichnen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zum Teil große Umsatzeinbußen, weil die Käufer viele Produkte, die nicht aus dem Lebensmittelbereich stammen, nicht mehr kaufen.


 

Konsumaktien als Wirtschaftsindikator

 

Am Verhalten der Kurse von Konsumaktien können die Anleger die allgemeine Stimmung in der Bevölkerung bei verschiedenen Wirtschaftslagen erkennen. In einer Wirtschaftskrise halten sich die Verbraucher mit Ausgaben für Lebensmittel, Kosmetika, Reisen, Kleidung und Einrichtungsgegenstände zurück. Das macht sich auch an den Börsenkursen der Konsumaktien bemerkbar, die entweder sinken oder stagnieren. Die Dividendenausschüttungen der Aktiengesellschaften können ebenfalls niedriger ausfallen oder ausgesetzt werden. Aufmerksame Anleger nutzen diese Zeiten, um Konsumaktien zu kaufen, da bei einer Erholung der wirtschaftlichen Lage die Ausgaben für den täglichen Bedarf wieder ansteigen und für eine Erholung der Aktienkurse von Konsumaktien sorgen.

Auf der anderen Seite zeigt die Kursentwicklung von Konsumaktien auch die gesunde Wirtschaftslage eines Landes an. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) veröffentlicht jeden Monat den Konsumklimaindex mit den Erwartungen von 2.000 Verbrauchern, wie sich das Konsumverhalten in Deutschland in den nächsten zwölf Monaten entwickelt. Bei einer positiven Einschätzung steigen sowohl die privaten Konsumausgaben als auch die Ausgaben des Staates. Diese Entwicklung zeigt sich ebenfalls in den Kursen der Konsumaktien, die in wirtschaftlich stabilen und starken Zeiten ansteigen. Um eine gute Rendite zu erzielen, sollten Anleger daher ihrem Depot einige Konsumaktien hinzufügen und die Aktien lange im Bestand halten.